Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1851-01-01 · 8-9 (1851) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
8-9 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554626-2554632--01514-2557354
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

143 freundlich mit uns unterhieltW, zwei Bibeln kauften und auf ihr Verlangen Traktate erhielten , kam Niemand mehr zu uns. Wir fanden jedoch wiederholentlich Gelegenheit, verschiedenen Juden, welche gelegentlich zu unserm Wirthe kamen, die Wahrheit des Evangeliums bekannt zu machen, an einem Tage aber ganz besonders einer sehr bedeutenden Anzahl, welche sich versammelt hatten, um ihre Mazzoth (ungesäuerte Osterkuchen) in Empfang zu nehmen. Der Umstand, daß wir eines Morgens Stücke von einem zerrissenen Traktate unter unfern Fenstern zerstreut fanden , zeigt deutlich genug, daß es an Fanatismus nicht fehlte. , In Seiny-war dieser augenscheinlich der Hauptgrund, welcher die Juden von uns entfernt hielt. , Ein junger Mann aus einer andern Stadt, der zufällig hier war und von uns hörte, besuchte uns, als wir eben im Begriff waren abzureisen, und sagte uns mit Betrübniß, daß es Niemand wagen dürfe, uns zu besuchen wegen der Feindschaft der bigotten und fanatischen Juden. Der folgende Umstand zeigt nicht nur die Bigotterie eines großen Theiles der Juden in hiesiger und in andern Städten — sondern auch, wie ich hoffe, die Befürchtungen dieser Parthei — die aus der Thatsache entspringen, daß das Ansehen des Talmuds seinem Ende nahe ist. Auf Anregen des Rabbi zu Seiny, eines Fanatikers aus Rußland) haben sich eine Anzahl Juden vereinigt, eine Jeschebah (das ist eine Art von jüdischem Gymnasium, wo der Talmud fleißig studirt wird) zu gründen, in der Absicht, talmudische Rabbiner zu bilden, damit die armen Juden in ihrem Aberglauben und ihrer blinden Anhänglichkeit an das System der Rabbinen gestärkt werden möchten. Der genannte Rabbi und noch zwei andere von derselben Geistesrichtung werden die Schüler unterrichten. Verschiedene Juden sind ausgesandt worden, um Geld für das Unternehmen zu sammeln. Der Satan scheint ein Bollwerk gegen das Wort Gottes aufrichten zu wollen, um die Lehre der Pharisäer zu schützen. Die Sammler für diesen Zweck werden, wie mir versichert wurde, Missionare für die jüdische Religion genannt. Als sie sich an einen reichen Juden hier in Suwalki um einen Beitrag wandten, sagten sie: „Wir sind Missionare zur Beförderung der jüdischen Religion gegen diejenigen Mis-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.