Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 8-9 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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142 drehte sich um die Lehre des mündlichen Gesetzes, das als falsch, gottlos und dem geoffenbarten Willen Gottes entgegen nachgewiesen wurde. Der Rabbi zeigte sich nur schwach in seiner Vertheidigung und Apologie; als er jedoch zum letzten Male bei uns war, strengte er alle seine Kräfte an, die Abgeschmacktheiten und Jrrthümer des Talmuds zu'rechtfertigen, aber mit keinen andern Gründen, als daß die Verfasser sehr weise Männer gewesen wären, da wir jetzt zu unwissend wären, die Bibel oder auch nur ihre (der wessen Männer) Erklärung zu verstehen; daher geziehme es uns, mit blindem Glauben das anzunehmen, was sie in ihrer tiefen Weisheit und mit ihrem scharfen Verstände gelehrt haben. Da er selbst fühlte, daß das, was er sagte, von keinem Gewicht sei, und daß Gottlosigkeit in keiner Weise in Heiligkeit verwandelt werden kann, wollte er von den verschiedenen kirchlichen Partheien, und von dem Unterschiede der religiösen Gebräuche unter den Christen zeigen, daß das Christenthum nicht wahr sein könne. Darauf aber wurde ihm erwidert, daß in dem, was die Hauptlehren betrifft, wie die von der Person, dem Amte, das Wesen des Messias ic., sowohl Griechen, als auch römisch Katholische und Protestanten übereinstimmen. Wir hatten mancherlei Gelegenheit, ihnen wieder und wieder die Hauptwahrheiten unseres heiligen Glaubens darzulegen. Einige hatten die hebräische Liturgie gesehen, welche der Rabbi bei einer srühern Gelegenheit erhalten hatte, und äußerten ernstlich den Wunsch, sie ebenfalls zu erhalten. Ein alter interessanter Jude kaufte sich ein Eremplar, und einem andern gaben wir eins umsonst. Im Ganzen waren wir mit dem Betragen der Juden sehr zufrieden, und als wir auf unserer Rückreise durch Krasnopel kamen, sammelten sich bald eine Anzahl Juden um uns. An den beiden andern Orten fanden wir keine so freundliche Aufnahme; in Lodziej kamen nur wenig Juden zu uns, und in Seiny noch weniger. Ich bin nicht gewiß, was in L. der Hauptgrund davon gewesen sein mag, ob die Bigotterie der Juden im Allgemeinen, oder der böse Wille unseres Wssths, den er unverholen gegen diejenigen zeigte, welche zu uns kamen; denn nachdem am ersten Morgen eine Anzahl bei uns gewesen waren, welche sich sehr