Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 8-9 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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141 ist seine Macht im Abnehmen; allein an seine Stelle ist ein beklagenswerther Jndifferentismus getreten. Ein Materialismus, der alle Beschreibung übertrifft, hat sich der Gemüther bemächtigt, und das Eine, daö noth thut, hat man gänzlich aus den Augen verloren. Es ist aber auch noch ein anderes Hinderniß vorhanden, das in Galizien und Litthauen gegenwärtig noch im Zunehmen ist, nämlich der Chäsidismus, welcher mit seinen Schlingen alle Gemüther umstrickt, und er scheint um so mehr das Werk des bösen Feindes zu sein, als er auch die Christen mit seinem Aberglauben ansteckt. Wir werden wunderbar ergriffen bei dem Anblicke eines Sterbenden; aber noch wunderbarer ist der Anblick, eines großen Volkes, welches, nachdem es länger als achtzehn Jahrhundert hartnäckig gegen die Offenbarung gekämpft hat, auf dem Punkte der Auflösung steht und mit seinem eigenen Munde seine hoffnungslose Lage bekennt. Die große Masse der Juden giebt zu, daß das rabbinische Judenthum nicht mehr länger aufrecht erhalten werden kann, aber anstatt die Wahrheit anzunehmen, machen sie sich eine gottesdienstliche Form, die weder jüdisch, noch christlich-, sondern ein Gemisch ist von Judenthum, Christenthum und Philosophie. Polen. Der Missionar Lange in Suwalki giebt uns folgenden Bericht von einer kleinen Missionsreise, die er mit seinem Mitarbeiter Goldinger machte: In Krasnopel kamen viele Juden zu uns, sie wiederholten ihren Besuch täglich in der Zeit, die wir daselbst blieben, manchmal in geringerer, manchmal in größerer Zahl, der Rabbi zu wiederholten Malen an ihrer Spitze. Als ich vor zwei Jahren da war, bat mich der Rabbi um verschiedene Bücher, die er auch erhielt, und unter welchen auch „der wahre Israelit" war, gegen welches Werk er zu schreiben beabsichtigte. Als wir ihn ftagten, warum er sein Vorhaben nicht ausgeführt habe, sagte er, daß er sich fürchte, dann gestraft zu werden; aber die eigentliche Ursache ist ohne Zweifel die, daß er es unmöglich findet das, was dem neuen Judenthume darin zur Last gelegt wird, zu widerlegen. Ein großer Theil unsers Gesprächs