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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 8-9 (1851) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
8-9 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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135 « Den 22 März. — Es kamen verschiedene jüdische Frauen zu mir, von ihren Männern begleitet und baten mich, daß ich Ezechiel veranlassen möchte, sich von seiner Frau zu scheiden. Ich fragte diese, ob es ihr Wunsch sei, von ihrem Manne getrennt zu werden, worauf sie erwiederte: „Mein Mann ist, seitdem er Christ geworden, sehr gut gegen mich, aber meine Freundinnen lassen mir keine Ruhe und verfolgen mich." Ezechiel sagte nun: „So machten sie esmit den Propheten auch, und wir sind nicht besser, als die heiligen Männer des Alterthums." „Euprath! Euprath!" (Gotteslästerung! Gotteslästerung!) schrieen sie alle zugleich. Ezechiel ließ sich jedoch nicht so leicht zum Schweigen bringen, sondern fuhr mit Ernst fort, ihnen Christum, als das Lamm Gottes und Sühnopfer für unsere Sünden zu predigen^ - Während ich mit den Männem im dem Verandah, (Gange um das Haus) sprach, musterten die Frauen, um ihre Neugier zu befriedigen, die Kapelle und unsere Stube, Ich bemerkte nichts von ihren Bewegungen, sonst würde ich ihnen nicht erlaubt haben die obere Stube zu durchmustern, da sie gerade nicht ängstlich find, sich etwas zu ihrem eigenen Gebrauche anzueignen; meine Aufmerksamkeit wurde jedoch plötzlich erregt durch das Geschrei: „Götzendienst! Götzendienst!" Ich eilte um zu sehen, was zu solchem Geschrei Veranlassung gegeben habe, und fand, daß das Bildniß der Mutter meiner Frau, was erst vor einigen Tagen angekommen war, für das Bild der Jungftau Maria gehalten wurde. Ich bemühte mich, sie von ihrem Jrrthume zu befreien, aber vergebens. Glücklicherweise waren zwei europäische Juden in meinem Hause, welche die Weiber versicherten, daß die Jungftau Maria eine junge Person sei, und einen Schleier wie die Frauen in Bagdad trüge. Dies genügte ihnen und verwandelte ihren früheren Abscheu vor dem Bilde in Verwunderung über die Geschicklichkeit des Malers, der in dieser Weise eine lebende Person auf einem kleinen Stück Leinwand wiedergeben könne. Den 28. März. — Die Rabbinen, mit welchen ich mich am Purimseste unterhalten hatte, beehrten mich mit einer fürchterlichen Liste von Fragen über das Reue Testament, von denen die meisten

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