Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 8-9 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554626-2554632--01505-2557345- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
134 erfüllt. Einige von ihnen waren dermaßen betrunken, daß sie einem londoner Gin- (Brantwein) Hause Ehre gemacht haben würden. Sie baten mich, sie in einen Garten zu begleiten, wo viele Juden seien, denen ich das Evangelium predigen könne. Ich lehnte die Einladung ab, und als sie anfingen beschwerlich zu werden, so wies ich sie nachdrücklich auf die Schicklichkeit hin, den Ort zu verlassen, ohne mich zu zwingen, die Hülfe des Oberrabbi in Anspruch zu nehmen. Sie gehorchten nun und verließen den Laden, indem sie in enthusiastischer und wilder Weise sangen: „Erfreue uns, o Herr, mit dem Messias, dem Sohne Jeffe rc." Dieser Partie folgten sogleich Ezechiels Schwester, Schwägerin und ein. halb Schock andere lärmende Verwandte, welche uns beide höchst freigebig beschimpften und mißhandelten, weil wir den heiligen Purimtag entweiheten. Es war vergebens, sie darüber zu belehren, daß die Feier dieses Festes nicht bestehe in Zerstreuung und Trunkenheit. Sie waren entschlossen, uns mit ihren geläufigen Zungen einzuschüchtern, und das Geräusch und die Verwirrung wurde immer größer durch neuen Zuwachs. Da nur sehr wenige in einem geeigneten Zustande zur Unterhaltung waren, verließ ich den Laden und ging nach Hause. *- An der Thür fand ich zwei jüdische Freunde, die mich baten, mit ihnen in einen Garten zu gehen, der an unser Haus grenzt, wo vier Rabbiner und andere Juden auf mich warteten. Ich begleitete sie an den bestimmten Ort, wo ich eine große Menge Juden fand, von denen einige unter dem Schatten der Bäume lagerten, andere bei dem erfreuenden Becher saßen; wenige nur waren nüchtern, und unter diesen nahm ich Platz. Unsere Unterhaltung dauerte beinahe bis Sonnenuntergang, und obschon einige von den Juden ihre lustigen Gesellschafter verließen, um unserer Diskussion zuzuhören, so zeigten sie doch nicht den geringsten Wunschdaß ich fortgehen möchte. Als ich fortging , warf mir einer ein Traktat ins Gesicht, indem er sagte: „Hier ist Ihr gotteslästerliches Buch!" Aber kaum waren diese Worte ausgesprochen, als sich gegen fünfzehn Paar Hände erhoben und über ihn herfielen, und es würde ihm Übel ergangen sein, wenn ich nicht dazwischen geeilt wäre.