Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 8-9 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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die römisch-katholische Religion meinte. Der Brief, den wir von den Juden in Schanghae mitbrachten, wurde von dem jüdischen Bekenner, Chaou-kin-ching, in Empfang genommen. Wir ftagten, ob irgend Jemand da sei, der lesen könnte. Er antwortete, daß jetzt keiner von ihnen lesen könnte, früher konnten sie esc Der Tempel liegt im Westen, mit der Fronte gegen Morgen, ebenso die Wan-suypae (Kaisertafel) und alles, was um sie herum ist. Wenn die Juden ihren Gottesdienst halten, wenden sie das Gesicht gegen die Wan-suypae, sie wenden ihr Gesicht nicht von derselben, sonst würden sie gegen Osten und nicht gegen Jerusalem gewendet beten; aber da die Wan-suy-pae (Kaisertafel) , obschon an der Westseite des Tempels befindlich, die Vorderseite gegen Morgen kehrt, so wenden die Gottesdiener ihr Gesicht auf die Tafel des Kaisers zu Ehren seines großen Namens. Der Priester trug beim Gottesdienste eine blaue Kopfbedeckung und blaue Schuhe, aber der Gemeinde war nicht erlaubt, mit Schuhen in die Synagoge zu gehen, noch den Frauen mit ihren Kopftüchern. Ehe sie die Synagoge betraten, mußten sie sich waschen, sowohl Männer als Frauen. Auf jeder Seite des Tempels waren Bäder mit Brunnen, worin sie sich wuschen; und wenn alle rein waren und erfrischt aussahen, dann betraten sie den heiligen Ort. Den Juden zu Kae-fung-soo war es nicht erlaubt, Heidinnen oder Muhamedanerinnen zu heirathen, auch nicht zwei Frauen zu haben. Sie mußten Töchter von den Bekennern des Judenthums heirathen. Es war ihnen nicht erlaubt Schweinefleisch zu essen Ta-tsae, (reiche Speisen), noch sich mit den Muhamedanern zu vermischen. Einige von ihnen hatten die Mauer- und Dachziegeln und das Gebälke ihrer Häuser verkauft, um ihre Familien zu erhalten. Auch hörten wir, daß der Kaiser ihren Tempel nicht wieder aufbauen, sondern ihn dem gänzlichen Verfall überlassen wollte, so daß er bleiben muß, wie er ist, bis der Kaiser einen Befehl erläßt, ihn zu repariren oder neu zu erbauen. Die Juden warten mit großem Verlangen, daß diese Stunde sich nicht lange verzögern möge/ sonst werden sie Hungers sterben. Sie sagten uns, daß einige von ihnen täglich ihre Herzen im Gebete gen Himmel erhöben, und einige seien bereit, neue Kreaturen zu werden, weil sie abgewichen seien, seitdem ihr Tempel wüste