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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 6-7 (1851) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
6-7 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Und Eifer nach seinem Vermögen die Religion des Evangeliums befördert, ist ihrer Meinung nach ein höchst schlimmes und ungünstiges Zeichen. . Außerdem, daß ich täglich ins Depot gehe und täglich Gottesdiensthalte, habe ich die Juden auch in ihren Wohnungen besucht, unter andern auch den Oberrabbi. Herr Bowen, ein englischer Geistlicher und Kaplan des Bischofs von Jerusalem, welcher neulich diesen Ott besuchte, begleitete mich. Der Rabbi hielt gerade sein Mittagsschläfchen; wir wurden deswegen in das Empfangszimmer geführt, wo auch bald darauf der jüdische Würdenträger erschien. Er bewillkommte uns mit großer Freundlichkeit und Höflichkeit, und entschuldigte sich vielfach, daß er meine vielen Besuche nicht erwiedert habe. Nach kurzem gleichgültigen Gespräche wurden Pfeifen und Kaffe von einem jüdischen Cawaß, oder Polizeidiener, in halb europäischer Tracht gekleidet, herein gebracht; das ist eine Neuerung, die von den Juden wenig geachtet wird, und von seinen Vorgängern nicht geduldet wurde. Er fragte, ob neulich neue Traktate oderBücher erschienen seien, und bat mich, ihm von denen, welche ich erhalten würde, ein Eremplar zukommen zu lassen. Ich sagte ihm, daß das beste aller Bücher die Bibel sei, und wenn wir gelegentlich einige Zusammenkünfte und ernste Unterhaltungen über die wichtigen Gegenstände und erhabenen Wahrheiten, die darin enthalten sind, haben könnten, so möchte dies vielleicht von guten und gesegneten Erfolgen begleitet sein. Er erwiederte: „Ich suche die Wahrheit, und nehme Ihren Vorschlag ebenso gern an, wie ich ihn billige." Seitdem habe ich die vorzüglichsten Juden wissen lassen, daß ich michfteuen würde, mit ihnen entweder in der Synagoge, oder in einem ihrer Privathäuser oder in dem jüdischen Studirzimmer (Cöllege), oder selbst an einem freien, einsamen Orte zusammen zu kommen, um öffentlich diejenigen großen und erhabenen Gegenstände zu besprechen und zu diskutiren, welche unser gegenwärtiges und künftiges Glück und Heil betreffen. Zu dieser Aufforderung bin ich nicht von dem Wunsche verleitet worden, den Geist der Streitsucht und der Spitzfindigkeiten zu wecken, denn das würde, ich weiß es gewiß, Niemals dem Evangelium förderlich sein; sondern von der Hoffnung, daß, da die Juden

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