Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 6-7 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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108 von ihnen widersetzten sich diesem Ansinnen, die andern aber unterzeichenten die Schuldverschreibungen, obschon sie ihr Gewissen sogleich anklagte, und sie nöthigte, für ihre voreilige Handlungsweise öffentlich Abbitte zu thun. Die drei, welche Unterzeichneten, besuchten mich gelegentlich; sie drückten ihre Betrübniß aus über die bedächtige und fteiwillige Entsagung Christi und des Evangeliums, aber doch haben sie nicht Glauben und Vertrauen genug, hervorzutreten und sich von Neuem als ein dauerndes und lebendiges Opfer ihrem beleidigten und gering geachteten Heilande zu weihen; sie würden gern, wie sie oft bemerkten, diesen Ort verlassen, und irgend wo anders sich taufen lassen, viel lieber als hier bleiben und dem erbitterten Haffe ihrer Freunde und der Rabbinen entgegen treten. Die fieberhafte Besorgniß von Seiten der Juden, jedweden zu reclamiren, welcher auf die Stimme der Schrift hört und sich dem Dienste des ewigen Königs weiht, erschüttert Einigen den Muth, und verhindert Andere die schweren, rostigen Fesseln des Rabbinismus zu zerbrechen. Ich bin jedoch unerschrocken, und mein Herz verzagt nicht ob dieser traurigen Kundgebungen; die belebende und erneuernde Wahrheft ist weit und breit verbreitet worden, und ohne mir es anzumaßen, den Schleier der Zukunft zu lüsten, und entfernte Wahrscheinlichkeiten vorherzusagen, bin ich gewiß, daß die gegenwärtige Aufregung von den wichtigsten und bedeutendsten Ergebnissen begleitet sein wird. Die Zahl der hoffnungsvollen heilsbegierigen Israeliten hat sich während des letzten heißen Sturmes sehr verringert; außer E—, welcher unzweifelhafte Beweise seines Glaubens gegeben hat, habe ich noch zwei. Reuben, welcher der Sohn eines reichen Kaufmanns, rmd folglich vielen Versuchungen und Unannehmlichkeiten unterworfen ist, besucht täglich regelmäßig die Gottesdienste und den Religionsunterricht. Sein Vater ist abwesend, und seine Mutter und seine Verwanden haben sich bisher vergebens bemüht, seine Ansichten zu ändern und von ihm eine Widerrufung seiner vermeintlichen Jrrthümer zu erpressen. Die erstere sagte ihm mit einer unbarmherzigen Härte, daß sie ihre Hände noch in sein Blut tauchen, oder ihn vergiften würde. Er ist voll von Beachtungen und trägt beständig ein