Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 6-7 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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104 find wirklich dermaßen herunter gekommen, daß sie bereits angefangen haben, die herausgefallenen Ziegeln und herabgestürzten Balken, aus denen die verschiedenen Gemächer einst bestanden, zu verkaufen, um sich die nöthigsten Lebensbedürfnisse zu verschaffen. Sie sind sogar so weit gegangen, ein Stück des Grundes, der ihre Synagoge umgiebt, an ihre benachbarten Buddhisten zu verkaufen, welche sich mit dem Bestreben, ihre heidnischen Tempel fortwährend zu vermehren, auf ihr Gebiet eingedrungen haben. Doch war noch genug vorhanden, um die frühere Größe anzuzeigen. Die Thorwege und Inschriften sind noch vorhanden; der heilige Theil des Gebäudes besteht noch, und dessen Inneres ist noch geschmückt mit prachtvollen Malereien und erhabenen Vergoldungen. Unsere Reisenden betraten das Bethel, von welchem unreine Füße nicht mehr zurückgehalten werden, und sahen die Behältnisse, welche die Gesetzesrollen enthielten; sie rollten diese auf und untersuchten sie. Von diesen Rollen, zwölf an der Zahl, war jede gegen 30 Fuß lang und zwei bis drei Fuß breit, auf weiße Schaffelle mit kleinen Buchstaben geschrieben. Aber das Gemach, in welchem sie gesunden wurden, war so finster, daß unsere Reisenden sie nicht gehörig genug untersuchen konnten. Seit 50 Jahren ist kein Rabbiner mehr da gewesen, und es giebt jetzt keinen einzigen Bekenner des Judenthums in Kae-fung-foo, der ein Wort hebräisch lesen kann. Ihre Zahl beträgt ungefähr 200, aber hauptsächlich sind es Frauen. Sie kleiden sich wie die Chinesen, tragen Zöpfe und bescheren die Köpfe; wenn sie aber in der Synagoge find, tragen sie Schuhe und Käppchen von blauer Farbe. Sie haben die Beschneidung aufgegeben und unsere Reisenden Hallen dafür, daß in einer Reihe von 12 Jahren wenige oder keine Spuren der jüdischen Religion mehr daselbst werden gesunden werden. Sie thaten jedoch, was sie konnten, um das, was übrig geblieben war, der Vergessenheit zu entreißen; sie gaben den Zuschauern Geld und nöthigten sie, eine von den zwei Jnschristentafeln, welche umgefallen war, an der Fronte des Tempels aufzurichten. Diese copirten sie, wie auch die Schrift, die auf der andern aufgerichteten Tafel noch lesbar war. Sie machten Roten von allen Inschriften, welche noch an den Thüren und an der Fronte des Tempels erhalten waren; sie