Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 6-7 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Erfrischung, zu erhalten war. Wenn der Tag endigte, machten fie in der Regel halt, um die Nacht hindurch auszuruhen, allein, obschon fie so viele Stunden des Tages zu ihrer Reise verwandten, legten fie doch des Tages nicht mehr als 20 oder 30 (Englische) Meilen zurück (etwa 5 bis 7 deutsche Virilen). Bisweilen ging es so langsam, daß die Reisenden gern ausstiegen und zu Fuß gingen, und so viel schneller fortkamen, als die Maulthiere. Endlich gelangten fie nach einer sehr ermüdenden Reise in Kae-fung-foo an. Sie fanden daselbst viel Muhamedaner, die kein Geheimniß aus ihrer Religion machen, sondern den Glaubendem fie angehören, auf ihre Aushängeschilde schreiben. Diese Muselmänner find die vorzüglichsten Gasthaus-Befitzer, und bei einem derselben kehrten die Reisenden ein. Sie forschten sogleich nach den Juden, und zwar unter der Benennung der Teaou-kin-keaou, oder der „Rupf-Sehne- Religion"^); unter welchem Namen fie zur Zeit der jesuitischen Missionare bekannt waren. Der mahomedanische Wirth gab ihnen sogleich Auskunft über das Vorhandensein des fraglichen Volkes und wies sie auf ihre Synagoge hin. Da es bereits Abends spät war, als fie ankamen, so, verschoben fie ihren Besuch bis zum nächsten Tage. Sie hatten keine Schwierigkeit die Synagoge zu finden, aber ach! wie verschieden war ihr Zustand von der Beschreibung, die ein Jahrhundert vorher von ihr gemacht wurde. Die Ringmauer war niedergerissen, das Vorderthor mit Schutt angeMt, die Denkmäler, die Jnschristentafeln, die steinernen Gitterwerke an der Fronte des Gebäudes und verschiedene andere Verzierungen waren zerbrochen oder eingestürzt, und selbst die Mauern der Synagoge an vielen Stellen eingefallen. Die Seitenzellen, welche zu Ehren der Patriarchen zu Kapellen bestimmt waren, dienen nur nothdürstig dazu, den wenigen unglücklichen Kindern Israels Schutz zu gewähren, welche darin unter einander lagen, auf bloßer Erde schlafend, kaum mit einigen Lumpen bedeckt, die gerade hinreichten, die Blöße zu verhüllen. Sie *) Pluckstnew - religio», die Sehue oder Spannader herausreißende Religion. Eine Benennung, die wohl daher genommen ist, weil die Inden »ach 1. Buch Mos. 32, 32 die Spannader nicht effe«, sondern aus dem Fleische erst entfernen, oder wenn das nicht geschieht, das Fleisch gar nicht essen.