Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 6-7 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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96 sagt von Babylon: „Ich war über mein Volk zornig, und entweihete mein Erbe, und übergab sie in deine Hand; aber du bewiesest ihnen keine Barmherzigkeit, auch über die Altenmachtest du dein Joch allzuschwer." Hier wird uns gezeigt, daß, obschon Gott über Israel zornig ist, obschon er uns als Werkzeuge zu ihrer Bestrafung gebraucht, er doch sehr zornig über uns ist, wenn wir uns wohl fühlen, während sein Weinberg wüste liegt, und während Zion in den Staub getreten wird; daß er zornig über uns ist, wenn wir nicht fteundlich mit Jerusalem reden, die Zeit anticipirend, wenn Gott sagen wird: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir." Meine christlichen Freunde, wir haben die stärksten Beweggründe, die uns in jeder Hinsicht nöthigen; wir haben die Pflicht, denn Gott hat es geboten; die Dankbarkeit erfordert es, denn alles, was wir haben, haben wir durch sie und von ihnen, wir sollten, wenn wir irgend noch ein Gefühl haben, Mitleiden haben mit dem Schicksale eines großen Volkes, das in der Sprache des alten Patriarchen zu uns sprechen kann: „Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, ihr meine Freunde, denn die Hand Gottes hat mich gerühret." Wir sollen kindliche Dankbarkeit beweisen, denn Jerusalem ist, ich hätte beinahe gesagt, unser aller Mutter; und wenn irgend eine Kirche an Israel eine Schuld abzutragen hat, wo ist das Volk auf Erden, für das Gott so viel gethan hat, wie für unser Volk? Und sollen wir nicht anerkennen, daß eine entsprechende Schuld auf England ruht als einem Volke, und auf England als einer Kirche, wenn wir die großen Privilegien erwägen, welche Gott diesem Lande verliehen, und die großen Dinge, die er für dasselbe gethan hat? Und wo giebt es ein schöneres Bild für den christlichen Menschenfreund und Patrioten, als zu sehen, ^wie sein geliebtes Vaterland und die geliebte Kirche seines Vaterlandes denen vorangehen und an ihrer Spitze stehen, welche „mit Jerusalem fteundlich reden, und sie einladen mit uns zu kommen, damit wir ihr Gutes thun können;" die Kirche Englands zu sehen, wie sie gleichsam wie die Tochter Griechenlands ihrer alten Mutter wieder zurück giebt, und diese alte Mutter zu sehen, wie sie gm Busen eines frommen und liebenden Kindes einsaugt, Wärme und