Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 6-7 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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87 uns vor dem verderblichen Jrrthume hüten, zu meinen, daß der Erfolg der Prüfstein des Werthes unserer Handlungen ist. Pflichten müssen nach einer sehr verschiedenen Regel geprüft und geschätzt werden. Wir dürfen ste nicht nach den unmittelbaren und sichtbaren Früchten schätzen. Wäre dem so, wir würden dann gar bald einer ärgerlichen und höchst unchristlichen Ungeduld Raum geben; wir würden die Uebung des Glaubenschindern und überhaupt die Entwickelung und Vollendung der größten und herrlichsten Erfolge vereiteln. Bei so alten Gesellschaften, wie diese, kann es nicht die Aufgabe des Präsidenten sein, Sie bei viel Vorbemerkungen aufzuhalten, und das um so weniger, als man in unsrer Zeit geneigt ist, lange Reden zu halten und dadurch die Verhandlungen entweder in die Länge zieht, oder den Ansprachen der letzten Redner nur sehr geringen Raum gestattet. Ich werde daher selbst das Beispiel der größesten Kürze geben, nur die Tagesordnung anzeigen, und meine Dankbarkeit gegen den Allmächtigen Gott auSsprechen, daß es ihm gefallen hat, diese Gesellschaft ins Leben zu rufen, und sie auf den gegenwärtigen Standpunkt der Größe und des Erfolges zu bringen. Dessenungeachtet wünsche ich Ihnen Glück zu dem Fortschritte, den unsre Sache in der Nähe und Ferne gemacht hat, — ich wünsche Ihnen Glück zu der bessern Stellung der Juden in allen Ländern der Erde, nicht allein in den Europäischen Ländem, sondern auch in den Ländern des Ostens, selbst in dem türkischen Reiche des Sultans. Sie erfreuen sich eines weit größeren Ansehens, und es wird ihnen weit größere persönliche Achtung zu Theil, und das kann man sogar an den letzten Debatten im Hause der Gemeinen wahrnehmen. Ohne hier ein Wort über die Frage der Zuläßigkeit der Juden ins Parlament zu sagen, will ich Ihre Aufmerksamkeit nur auf die Sprache in den Debatten richten, damit Sie sehen, wie die Gefühle milder geworden sind, wie sich die Vorurtheile verhindert haben, und wie man ihren Fordemngen Widerstand leistet nicht aus Abscheu vor ihrem Geschlechte, sondem allein aus der unvermeidlichen Behauptung dessen, was wir als ein allgemeines (drosä) und christliches Prinzip betrachten. Dies find Dinge, über die wir uns gar sehr steuen müssen, und uns gar wohl fteuen kön-