Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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60 bessernd hinzu, es sei gar keine Frage, ich müsse nach meinen religiösen Ansichten blutrother Demokrat sein. Wie groß war aber sein Erstaunen, als ich chm erzählte, wie mich die gefährlichen Lehren Feuerbachs an den Rand des Abgrunds geführt, daß ich aber durch die gnädige Führung Gottes nicht nur vom Selbstmorde zurückgehälten, sondern auch zu dem geführt worden bin, in dem allein Heil zu finden ist." Ein anderer Jude, der bekannte, daß er nur aus äußern Rücksichten mit dem Rabbiner gehe, und dem dies mit Ernst als ein großes Unrecht vorgehalten wurde, versprach, daß wenn er einmal zum Lichte gelangte, ihn dann Nichts abhalten solle, es offen zu bekennen. In — traf unser Freund mit einem andern Bekannten zusammen, der ebenfalls Mitglied des erwähnten Kränzchen, aber da er an einen Gott glaubte, sein heftigster Gegner war. Von dem Gespräche, das er mit diesem jungen Manne hatte, erzählt uns unser Freund Folgendes: „Er fteute sich sehr, mich wieder zu sehen und machte bald die Bemerkung, daß ich mich sehr verändert habe, und fragte, was denn mit mir vorgegangen sei? Damals wäre ich so hastig, so unruhig gewesen, und jetzt zeige sich sogar in meiner Sprache eine größere Ruhe. Ich erzählte ihm meine Erlebnisse seit jener Zeit, daß wir uns nicht gesehen, und wie ich durch den Glauben an den Herrn Jesum den Frieden erlangt habe, den die Welt nicht geben kann. Er fteute sich und meinte, er sei noch der Alte, er glaube an Gott, sei ein Jude und achte auch den Christen in mir; wir seien so jetzt einander näher gekommen und würden mit der Zeit sogar in religiöser Hinsicht einig werden. Auf meine Bitte legte er mir seinen Glauben auseinander; er bete Gott an als den Schöpfer der Erde, der sich aber nicht um den Einzelnen bekümmere, sondern gewisse Gesetze gemacht habe, nach denen Alles seinen Gang gehe; die Unsterblichkeit sei nur ein fortgesetzter Zustand der Reue über begangene Sünden oder der Wonne. Beftagt, woher er dies Alles wisse, berief er sich auf die innere Stimme und auf Abstraktionen, die er der Bibel entnommen. Ich schlug nun das A. T. auf und ging längsam mit ihm die wichtigsten Stellen, auf denen das Judenthum beruht, durch. Rach langem Hin.- und Herreden war er so ehrlich und