Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Unter solchen Umständen mußten wir vor allen Dingen darauf bedacht sein, sie in einer Familie,unterzubringen, wo sie nicht blos mit Worten, sondern auch durch Beispiel, nicht blos mit Strenge, sondern auch mit Liebe zum Guten angehalten und vom Bösen abgemahnt, wo sie also wahrhaft christlich erzogen würden, und, dem Herrn sei Dank, eine solche Familie fand sich denn auch. Dann .mußte dafür gesorgt werden, daß sie in eine gute Schule kämen, und dies geschah auch; und das letzte, was wir thun konnten, war das, zu dem treuen Herrn und Heiland aller Menschen und folglich auch dieser Kinder, um seinen Segen zu ihrer Erziehung zu flehen, und gläubig zu hoffen, daß er unser Gebet aus Gnaden erhören werde, und er hat uns nicht zu Schanden werden lassen. Denn Karl, dessen Acußeres so wenig versprach, entwickelte sich wider alle Erwartung gut, hielt von Anfang an mit den besten Schülern gleichen Schritt, und auch sein Betragen war gut. Julius, dessen Fortschritte im Lernen auch gut waren und mit seinem Pflegebruder vier Jahre in der ersten Klaffe saß, lernte bald die Lüge von der Wahrheit unterscheiden und gab sich Mühe, sie abzulegen, was ihm denn auch durch Gottes Gnade gelang. Nachdem die Knaben das erforderliche Wer erreicht hatten, nahmen sie an dem Confirmanden-Unterrichte Theil und genossen denselben zwei Jahre hindurch,, in dem ersten von dem seligen Herm Pastor Ast, und im zweiten von dem Herrn Superintendent Kayser. Am 11. April dieses Jahres wurden sie beide confirmirt, nach dem Julius unmittelbar vorher die heilige Taufe empfangen hatte. Diese Handlung war außerordentlich feierlich und machte wohl auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Während die andern Confirmanden ihre Plätze vor dem Altäre eingenommen hatten, und einige Verse gesungen wurden, blieb Julius mit den Pathen in der Sakristei. Als der letzte Vers angestimmt war, wurde der Täufling von zwei Pathen vor den Taufstein geführt, der vor dem Altäre im Kreise der Confirmanden stand. Voran schritt sein treuer Lehrer und Seelsorger, hinter ihm folgten die übrigen Pathen. Als die Orgel schwieg, hielt Herr Superintendent Kayser eine kurze, kräftige und ergreifende Ansprache an ihn. Sohn Abrahams, begann er ungefähr mit kräftiger