Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554626-2554629--01416-2557253- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
48 mannigfachen Prüfungen und Beschwerlichkeiten um Christi und seines Evangeliums willen unterwerfen müssen. „Das ist alles sehr wahr, erwiderte er, und die Theorie ist gut, aber diePraris ist zu schwer." Solche Antworten dringen wie ein Schwerdt in das Herz des Missionars. Er kennt die Stärke des Arguments und fühlt sein Gewicht, darf aber dem Trübsinne und Kleinmuth nicht nachgeben; seine Augen müssen auf den Stern der Verheißung gerichtet sein, der an seinem Himmel glänzt, und mag sein Lauf von ununterbrochenem Erfolge zeigen, oder von Nachtheilen und Hindernissen umgeben sein, er muß ausharren, wohl wissend, daß er zu seiner Zeit erndten wird, so er nichr matt und müde wird in seiner Arbeit. Während des letzten Monats ist das Missionswerk auf schmerzliche Proben gestellt worden. Die Juden, bezaubert durch Bannsprüche, haben mich mit der größten Sorgfalt und Aengstlichkeit vermieden, und meine Thätigkeit sowohl auf dem Bazar, als auch in dem Bücherladen und in meinem Hause ist außerordentlich beengt und beschränkt gewesen. Oktober 18. —Es kamen zwei Juden zu mir in den Bücherladen. Sie waren augenscheinlich sehr ängstlich, baß sie von irgend einem ihrer Brüder bemerkt werden möchten, und fragten daher in der größten Eile nach dem Preise der Bibeln. Als ich ihnen ihre Frage beantwortet hatte, sagten sie mir, daß einige Juden die heilige Schrift von Damaskus mitgebracht hätten und die Bibel firr eine Kerone, oder ungefähr 10 Sgr. verkauften. Ich sagte ihnen, daß ich mich darüber sehr freue, und hoffe, daß in nicht gar langer Zeit jede Familie mit einem Exemplare des Wortes Gottes zu einem geringen Preise versehen sein werde, so daß sie alle die darin enthaltenen Wunder lesen können. „Sind Sie wirklich aufrichtig?" ftagten sie nun. „Ich sage nie etwas, was ich nicht fühle, und ich kann Sie versichern, daß mein ernstes Gebet das ist, daß ganz Israel das Buch fleißig lesen möchte, welches das große Geheimniß von unsrer Seligkeit enthält." „Sie glauben aber nicht an den Talmud?" (Schluß folgt.)