Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554626-2554629--01412-2557249- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
41 kenntniß gebracht worden sei, und erwähnte mit Dankbarkeit der Güte, die er von allen Gliedern der Misston in Jerusalem empfangen habe. Wir wollen dieses unsers Bruders und unsrer andern Brüder aus dem Hause Israel, welche aufrichtige Jünger des Herrn Jesu geworden find, in unsern Gebeten vor dem Throne der Gnade gedenken. — Gott gebe, daß wir dies alle thun mögen! In demselben Briefe berichtet Herr Hausmeister auch noch Einiges über seine fernere Thätigkeit, wovon wir das Folgende unsern Lesern mittheilen: Ein Israelit, Hr. K. aus Breslau, besuchte mich verschiedene Male. Er ist im Talmud gut unterrichtet und auch mit der deutschen Literatur bekannt; sein Neffe ist ein ftommer protestantischer Geistlicher. Mit diesem freundlichen Manne hatte ich verschiedene ernste Gespräche, und endlich sagte er: „Mein Herr, wenn es die Zeit erlaubte, möchte ich gern einige Wochen bei Ihnen bleiben, um zu sehen, ob eS möglich sei, mich davon zu überzeugen, daß Jesus der Messtas ist." Ich fürchte jedoch, daß er weder an Moses noch an Jesum glauben will, obschon er viel von Frömmigkeit sprach; denn er hat keinen Glauben an die göttliche Offenbarung. Auch besuchten mich einige Juden aus Polen, von denen der eine ganz unwissend, ein anderer zwar mit dem Worte Gottes und mit dem Talmud bekannt, dabei aber in keiner Hinsicht orthodox war. Dieser kaufte sich eine hebräische Bibel; ich las mit ihm mehrere Stellen darin und predigte ihm Christum; aber obschon er nicht an den Talmud glaubt, so war sein Kopf doch voll von rabbinischen Unsinn, und er führte oft Stellen aus den rabbinischen Schriften an, um sich zu entschuldigen, so oft ich ihm ein Wort aus der heiligen Schrift, als Gottes Wort vorhielt, das ernstlich zu seiner Seele redete. Ich machte Bekanntschaft mit einer Familie aus Deutschland, aus der Rächbarschast Frankfurts a. M. Wir haben uns gelegentlich gegenseitig besucht. In ihrem Hause kam ich auch mit andern deutschen Juden zusammen, und fand Gelegenheit, zu ihnen von unserm Herrn und Heilande zu reden. Ich gab dieser Familie verschiedene Traktate und nach ihrem Wunsche auch eine deutsche Bibel. Madam E. ist eine wohlgesinnte Frau, und besucht auch sowohl