Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 bekehren. Dieser war nicht wenig erstaunt, als er plötzlich seine Fra« vor sich sah. Da sie stets von Juden umgeben war, konnte er keine ernste Unterredung mit ihr haben, und sie wollte auch zu keinem christlichen Freunde in B asel kommen. Am 6. December kamen sie beide nach Straßburg. Auf der Eisenbahn ließen sich viele Juden mit Hr. D. in Gespräche ein, und versuchten alle Mittel, ihm zu beweisen, daß er unrecht that, ein Nachfolger Jesu zu werden. Er bekannte seinen Glauben und legte vor vielen seines Volkes ein gut Bekenntniß ab. Dobinsky wohnte während seines Aufenthalts hierbei mir, aber seine Frau blieb bei den Juden. Am 7. verbrachte er mehrere Stunden allein mit ihr, und dann kamen sie beide zu mir. Ich bedauerte die arme Frau recht sehr, welche über 1000 englische Meilen (gegen 250 deutsche) weit hergekommen war, um die Bekehrung ihres Mannes zu bewirken, oder um von ihm geschieden zu werden. Sie drückte nur den Wunsch aus, daß ihr Mann sie entweder nach Wien, oder nach Brody begleiten möchte, da an beiden Orten ihm ein gutes Unterkommen offen stände, unter der Bedingung, daß er als Jude mit ihr lebe. Er versprach ihr, sich nicht in ihre Ueberzeugungen und Gewohnheiten zu mischen, wenn sie bei ihm bleiben wolle, und sagte ihr: „Ich will Alles essen, was Du kochst, weil Essen und Trinken weder glücklich noch unglücklich macht; aber ein Jünger meines Messias Jesu muß ich bleiben. Du wirst sehen, daß wir keine Bilder anbeten — wir lesen das Wort Gottes; aber zur Synagoge zurückkehren kann ich nicht mehr, und meinen Heiland kann ich nicht verleugnen." Ich sprach auch freundlich mit ihr und sagte ihr, daß wir find und bleiben wollen treue Söhne Abrahams rc.; aber, sie erwiderte ein für alle Mal: „Laßt uns nicht von Abraham und Moses sprechen, sondem von unfern Rabbinen; nach den Ver-. ordnungen unsrer Rabbinen müssen wir handeln." Die arme Frau wurde ohnmächtig und wir wurden genöthigt, unser Gespräch abzubrechen. Sie kommt aus einer Stadt, die von 25000 Juden bewohnt wird, lauter strengen Talmudisten — und hat niemals wahres evangelisches Christenthum gesehen und kennen gelernt. Mes, was sie von unsrer Religion sah, war Niederfallen vor Bildern und große Prozesstonen, bei welchen die Geistlichen die