Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Eifer sortsetzte. Endlich machte er sich auf den Weg nach —a, wo damals noch eine der berühmtesten Talmudschulen war. Hier wurde er mit gebildeteren jüdischen Familien und mit mehreren Gymnasiasten bekannt, und diese Bekanntschaft erweckte in ihm die Sehnsucht und das Bestreben nach wissenschaftlicher Ausbildung. Nach einem dreijährigen Aufenthalte in —a ging er nach —u, um sich für die Universität vorzubereiten und zu einem sogenannten Reform-Rabbiner auszubilden. Bei seiner völligen Mittellosigkeit erkannte er jedoch bald die Schwierigkeit, das Ziel, das er sich gesteckt hatte, zu erreichen, und sah sich auch nach einigen Jahren genöthigt, seinen Plan aufzugeben und den Lehrerstand zu wählen. Von der König!. Regierung wurde ihm die Theilnahme an dem Unterrichte in dem Schullehrerseminare zu —u gestattet, und er wurde noch vor seiner Prüfung schon als Lehrer an einer jüdischen Schule angestellt. Doch wir wollen ihn von nun an selbst reden lassen, und mit ihm dem Herrn danken für die wunderbare und gnädige Führung, daß er nicht in den Abgrund deS Verderbens stürzte, sondern zur rechten Erkenntniß kam und errettet wurde. Hatte ich nun, so erzählt er, einerseits in der menschlichen Gesellschaft ein äußeres Lebensziel erreicht, so hatte mich andererseits das Leben und der Umgang mit den Ungläubigen, das Lesen antibiblischer Schriften und der moderne Zeitgeist gänzlich von dem Boden des starren, stabilen Rabbinismus entfernt, und ich war durch das selbstsüchtige Treiben und Vernünfteln dem Unglauben gänzlich verfallen. Jede Grenze zwischen den verschiedenen Religionsparteien schien mir überflüßig, und da ich wohl merkte, daß durch die Reformen, womit die neuern Rabbiner das sieche Judenthum zu erfrischen und neu zu beleben suchten, demselben nicht nur nicht geholfen werden könne, sondern es vielmehr seiner Auflösung entgegen geführt werde, so faßte ich, um dieser voranzueilen, und aus Glaubensgleichgültigkeit, verbunden mit mancherlei eitlen Hoffnungen, den Entschluß, mich taufen zu lassen. Doch wer ergründet die Wege des Herrn? Durch die Finsterniß, Verblendung und den Jrrthum führte er mich sicher hindurch zu dem Hellen und reinen Lichte der ewigen lautem Wahrheit. Er wollte nicht meinen Tod,