Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 sondern mein Leben; er wollte mich erretten aus dem tiefen Verderben, in das ich gerathen war, und darum führte er mich zwar wunderlich, aber doch seliglich. Im Frühjahr — lernte ich durch den Herrn — auch den Herrn — kennen, der nach —u gezogen war. Da erstercr auf längere Zeit verreist war, besuchte ich letzteren fleißig, und da dieser mit dem Talmud, den auch ich 10 bis IS Jahre studirt hatte, und mit der hebräischen Sprache sehr bekannt ist, so kamen wir fast täglich zu mehrstündigen, religiösen Unterhaltungen zusammen, deren Hauptgegenstand die Lehre von dem Messias war. Die Sache des Glaubens wurde mir wichtiger, das Christenthum nach und nach immer heiliger, und mein Geist fing an, ernster darüber nachzudenken. Ebenso waren für die Bekehrung meines Herzens von nicht geringer Wichtigkeit die Bekanntschaften, die ich bei Herrn — mit mehreren gläubigen Christen aus dem Hause Israel machte. — Kurz ich forschte mit heißem Verlangen nach Wahrheit, prüfte, kämpfte und betete endlich zu dem Schöpfer Himmels und der Erde um richtige Erkenntniß seiner selbst. Und mein Gebet war nicht vergebens, der Herr wandte sich mit seiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit zu mir, erleuchtete mein Herz, daß ich sein Wort und feine Verheißungen verstehen und fassen, ihnselbst erkennen, und glauben konnte, daß Jesus von Nazareth Gottes Sohn und wahrhaftig der verheißene Messias sei. Das Bewußtsein meiner Sündhaftigkeit und der Verderbtheit meines Wesens, so wie der Erlösungsbedürftigkeit wurde immer lebendiger und mächtiger in mir. Ich wußte nun, daß in keinem andern Heil, auch kein anderer Name den Menschen gegeben sei, in welchem sie können selig werden, als allein der Name Jesu Christi, des Gekreuzigten. Nichts vermochte mich nun mehr von meinem Jesu zu scheiden. Umsonst erging an mich der Ruf, als Lehrer an der jüdischen Elementarschule in —z einzutreten, mit der Zusicherung eines Gehalts von 300 Thalern. Mein einziges Verlangen und meine einzige Sehnsucht war, die Taufe auf den Tod Christi zu empfangen, und als eine neue Kreatur aus derselben hervorzugehen. Dazu wurde ich nun mehrere Wochen hindurch von dem Herrn— vorbereitet, dessen Unterricht wir zum größten Segen gereichte; denn es lag darin, vorzüglich aber in