Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 3-4 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und nnerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit." Wie sich nun aber diese Wahrheit auch an den Nachkommen Abrahams bestätigt, wie namentlich der Herr die oben hingestellte Verheißung aus dem Propheten Jeremias in unsern Tagen so herrlich erfüllt, daß er aus einer Stadt einen und aus einem Geschlecht zwei nehmen und mit ihnen wieder in die innigste Gemeinschaft treten will, sobald sie sich nur zu ihm wenden, das wird uns so recht klar vor die Augen treten in den Bekehrungsgeschichten einzelner Israeliten, die wir unsern Lesern hier mittheilen wollen, und die auch zugleich darthun, wie unsre Arbeit unter Israel nicht vergebens ist. Wir geben zunächst die Bekehrungsgeschichte eines Mannes, der jetzt als Lehrer in einer Schule wirkt, und durch des Herrn Gnade die, jungen Seelen auf die rechte grüne Aue und zu dem frischen Wasser des Wortes Gottes zu führen sucht,. Herr —n wurde in der kleinen Stadt —n in der Provinz —n geboren. Seine Eltern waren streng orthodox, da sie aber sehr arm waren, konnten sie ihren Nathanael — das war und ist noch sein Vorname — erst in seinem neunten Jahre in eine schlechte jüdische Schule schicken. Als er hier jedoch einige Fähigkeiten zeigte, ließ ihn der Rabbiner zu seiner und der Eltern Freude in dem Talmud unterrichten. Die Fortschritte darin erhöheten die Freude in dem Vater- und Mutter-Herzen, und erweckten in dem Knaben die Hoffnung, auch einmal Rabbiner werden zu können, das höchste Ziel des Lebens, das nach seiner damaligen Anschauung und Fassungskraft irgend ein Mensch auf dieser Erde erreichen könne. Um dieses Ziel zu erreichen, ging er, noch nicht 16 Jahr alt, nach —n, um dort den Talmud unter einem berühmten Rabbiner noch weiter zu studiren. Allein da er daselbst großem Mangel und Kummer ausgesetzt war, blieb er nur ein Jahr dort und ging dann nach —z, wo er unter nur wenig günstigeren Umständen zwei Jahre lang das Talmudstudium mit