Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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SS Den —. Mit dem alten hiesigen Cantor, der jetzt die niederen Synagogendienste versieht, hatte ich eine längere Unterredung. Er beklagte sich über die Neuerungen im Judenthume. Wir sprachen vom alten Testamente, von der Hoffnung auf den Messias. Anfangs erschien er mir als ein recht frommer Jude; doch nachdem ich ihm auseinandergesetzt und durch Bibelstellen bewiesen hatte, daß der Messias schon gekommen, und daß Jesus von Nazareth der verheißene Messias sei, der ein für alle Mal als der wahre Hohepriester in das Allerheiligste im Himmel eingegangen und durch sein Blut eine ewige Versöhnung unsrer Sünden gestiftet hat, meinte auch er, im A. T. habe sich Gott gar nicht geoffenbaret; es sei reines Menschenwerk. Er glaube nur das, was er sehe; und da ihm gerade ein gutes Frühstück aufgetragen wurde, wies er darauf hin und sagte: „Der das geschaffen hat, den lobe ich; alles Uebrige kümmert mich nichts." Ich erwiderte ihm, daß sein Körper, dem er diese Nahrung reiche, einst verwesen, seine Seele aber ewig fortdauern werde, und daß er doch auch an ihr Heil denken möchte. Ich wies ihm endlich noch auf Philipper 3,19 hin. - Den —. Heute hatte ich wieder mit dem ChoHirigenten, mit dem ich sehr oft zusammen war, eine Unterhaltung. Im Laufe des Gesprächs erfuhr ich von ihm, daß er 4 Jahre lang im Wiener Conservatorium sich ausgebildet habe, und daß er sich, obgleich Jude, der allgemeinen Hausordnung habe unterwerfen müssen. Er habe 4 Jahre lang ave Messen mitgesungen und den ganzen römischkatholischen Gottesdienst kennen gelernt. Ein anderer Jude führte für seine Meinung, daß der Messias noch nicht gekommen sei, Jes. 11, 6 — 12 an. Wir sprachen viel darüber; unter anderm erwiderte ich ihm, daß wo das Christenthum Eingang gefunden, an Stelle der Barberei Friede und Gesittung getreten sei. Daß, aber auch diese Stelle in der Zukunft noch eine vollständigere Erfüllung finden werde, darauf deute der Apostel Paulus hin, wenn er Röm. 8,18 — 23 von der Erlösung der Kreatur spricht. In Verbindung hiemit erinnerte ich ihn an 1. B. Mos. 3,17: „Verflucht sei der Acker um deinetwillen." Den —. Ein Jude, mit demich überden vorbildlichenOpfer-