Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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27 Antwort, sie müßten, sonst würden sie gemißhandelt. Einer erzählte mir, daß er beim Frohnleichnahmsfeste, während dessen auf dem Marktplatze Altäre aufgeschlagen sind, zufällig vorüber gegangen sei, als die Chorknaben klingelten. Als er nicht niederknien wollte, wurde er vom Volke mit Gewalt niedergesttzßen. Ich drückte ihm mein lebhaftes Bedauern darüber aus, zeigte ihm aber zugleich, daß man Gott mehr gehorchen müsse, als den Menschen, und wies ihm aus der heiligen Schrift nach, daß die Religion der Römisch-Katholischen nicht das Christenthum sei. Den —. Heute erzählte mir Herr — daß der hiesige Rabbiner einmal in seiner Gegenwart sich so äußerte: „Was ich predige, ist etwas Anderes, und was ich glaube ist etwas Anderes; ich predige, was ich der Sitte und Gewohnheit wegen predigen muß, Md glaube und denke, was ich will." Den —. Der Besuch der Juden hat nachgelassen; ich suchte sie deshalb wieder auf, mußte aber bei einigen die Erfahnmg machen, daß von andern Seiten mir viel entgegen gewirkt worden. Einige warfen mir vor, ich hätte versucht, einen Juden herüberzulocken, es sei mir aber nicht gelungen. Ich zeigte ihnen, daß sogar Missionare nur die Pflicht hätten, mit den Juden über das Reich Gottes zu sprechen, daß die Bekehrung zum Herrn freie Gnade Gottes sei und daß allen denen, die sich für das Volk Israel interesfiren, fern liege, gewaltsam oder durch Vorspiegelungen weltlicher Vortheile Scheinchristen zu machen. Andere wieder suchten das Gespräch auf das Gebiet der hebräischen Sprache zu führen absichtlich, weil sie wußten, daß ich ihnen dahin nicht folge. Allen diesen gegenüber hatte der Herr mir doch eine Freude bereitet. Ich besuchte den Juden, welchem ich die englische Liturgie im Hebräischen gegeben hatte. Wir sprachen wieder über das Reich Gottes; endlich sagte er in Gegenwart des Chordirigenten und eines Juden aus B—, er müsse allerdings zugeben, und wegleugnen lasse es sich nicht, daß der Messias gekommen und daß es Jesus von Razareth sei, wenn man die Bibel anerkenne; denn da stehe es schwarz auf weiß, Md führte selbst den zweiten Psalm an. Aber er könne doch nicht daran glauben, es sei ihm unmöglich, und fügte recht inbrünstig