Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554626-2554628--01393-2557229- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26 länger sprechen zu können. Beim Abschiede gab ich ihnen mehrere Traktate und bat sie, in der heiligen Schrift, in deren Besitz, A. und N. Testaments, sie sind, ernst, aufrichtig und unparteiisch zu forschen-, und den Herm um seine Gnade zu bitten, so würden sie darin Alles finden, was zur Aufklärung und zum Frieden ihrer Seele nöthig ist. Den —. Ein Jude behauptete, der Messias soll noch kommen. Ich hielt ihm 1. Buch Mos. 49,19 entgegen. Ex ist der Meinung, daß „Scepter von Judä" nichts Anderes bedeute, als daß die Juden — wie auch ihr Name andeute, — die hier leben, von dem Stamme Juda Herkommen. Ich zeigte ihm dagegen, 1., daß die Juden selbst, wie dies die öffentlichen Gerichtsverhandlungen deutlich zeigen, gegen den Namen Juden protestiren; um ihre Religion befragt, geben sie stets die Antwort „mosaisch." 2., ist kein Jude im Stande, den Nachweis zu führen, daß er von dem Stamme Juda herkomme. 3., werde Seitens der Juden gar nicht geltend gemacht, daß sie Alle zusammen den Stamm Juda bilden. Gegen Daniel 9, 24 — 26 vermochte er nichts einzuwenden. Sein Begleiter, ein junger Mensch, will gar Nichts von Religion wissen; die heutigen Juden folgen der Vernunft; nur der Blinde bedarf eines Stabes. Ich entgegnete ihm: „Wenn nun aber die Juden sich nur einbilden, der Vernunft zu folgen, in der That aber ein Irrlicht für das wahre Licht halten, welches sie in den Sumpf führt, ob es da nicht besser sei, einem Führer, der mit dem richtigen Wege vertraut ist, und dies durch Jahrtausende hindurch dargethan hat, — ohne die Vernunft auszuschließen, zu folgen? Und können wir einen sicherer» Führer haben, als das Wort Gottes? Gegen den Glauben wandte er mir Folgendes ein, wodurch er mir Gelegenheit gab, ihn durch seine eigenen Worte zu widerlegen: „Gehen Sie mir mit Glauben; es ist damit gerade so, als wenn Sie mir Etwas erzählen und ich soll Ihnen das glauben, ohne es zu prüfen." Ich machte ihn auf den Unterschied aufmerksam zwischen vernünftigem Glauben und unvernünftigem Glauben. Bei einer Prozession, die gegen Abend durch einen Theil der Stadt zog, entblößten die Juden, die in der Nähe standen, ihre Häupter. Als ich sie fragte, warum sie das thäten, erhielt ich die