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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 1-2 (1851) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
1-2 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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23 mit dem gedruckten Texte verglich. Der Wann machte nur den Einwand, daß Jesus Josephs Sohn sei. Dem stellte ich entgegen, daß dies nicht der Fall sei, sondern daß der Herr in seiner menschlichen Natur durch den heiligen Geist auf wunderbare Weise gezeugt worden. Er: „Das ist nicht möglich." Ich: „Glauben Sie, daß dem Abraham, als er 99 Jahr alt war, noch ein Sohn verheißen worden?" Er; „Ja, das war etwas Anders. In der damaligen Zeit wurden die Leute im Ganzen älter und blieben länger kräftig." Ich: „Aber Abraham glaubte es ja anfänglich selbst nicht, und vergleichen Sie den 11. Vers des 18. Kapitels des 1. B- M., da steht es ganz deutlich, daß Sarah nur durch die wunderbare Wirkung Gottes einen Sohn bekommen konnte." Nach dem sie die Möglichkeit einer wunderbaren Zeugung zugegeben hatten, zeigte ich ihnen, daß Jesus nur auf diese Weise geboren werden konnte, wenn die Stelle Jes. 7, 14. erfüllt werden sollte. Sie fragten mich, ob ich nicht jüdische Gebetbücher habe. Ich verneinte dies, brachte ihnen aber die Liturgie der englischen Kirche im Hebräischen. Sie lasen bald darin; auch die Frau versteht hebräisch; sie fanden bald das Vaterunser. Es sah in der Familie, die wohlhabend ist und zu de» wenigen Altgläubigen gehört, recht patriarchalisch aus. Abends besuchte mich der Hausvater und bedankte sich recht innig für das Puch. Ganz besonders haben ihm die versificirten Psalmen gefallen; ich gab ihm noch einige Traktate. * Den —Heute besuchten mich wieder ein paar Gymnasiasten, welche zwar keine Juden, aber in der Periode des Skeptizismus sind. Ich ging zu einem Juden, von dem ich gehört hatte, daß er den Talmud verworfen habe, aber fest am A. T. halte. Er erklärte mir kurz und barsch, daß er felsenfest an den Messias glaube und ihn erwarte, daß er aber jedes Gespräch hierüber vermeide. Den—. Heute machte ich die Bekanntschaft eines älteren Juden, welcher lange Zeit mit Joh. Ronge in Laurahütte zusammen gelebt und mit ihm alltäglich über religiöse Dinge disputirt hat. Nach seiner Meinung hatte Ronge schon damals, als sein Brief an den Erzbischof von Trier erschien, dieselben Ansichten über die christliche Religion, welche er heute offen darlegt, damals aber aus Klugheit

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