Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554626-2554628--01389-2557225- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gefichtszüge bekannt vorkamen. Er war früher in B. gewesen und hatte mich bei Verwandten gesehen. Der Einladung, mich zu besuchen, entsprach er bald. Ich unterhielt mich mit ihm über den Messias; er kaufte eine hebräische Bibel, und nahm einige Traktate an, behufs der Vertheilung in H., woher er war. Nachmittags besuchten mich einige jüdische jungen Leute. Sie alle glauben an gar nichts; der eine klimperte mit dem Gelde in seiner Tasche und rief: „Daran glaube ich"! Ich machte ihn darauf aufmerksam , daß, wenn er sterbe, das Geld hier bliebe, aber seine Seele fortdauere. Davon wollte er nichts wissen. Ich erinnerte ihn hierauf, daß die Seele auch gegen seinen Willen doch unsterblich sei, und er sich deshalb doch ernster um das Heil derselben bekümmern möchte. Den —. Nur an den Festanzügen der Juden ist es bemerkbar, daß heute Sabbath ist. Der Tempel ist wenig besucht; die Kaufläden sind mit Ausnahme von 2 geöffnet. Nachmittags besuchte ich eine mit mir auf demselben Flure wohnende Familie. Im Laufe des Gesprächs kamen wir auf die bevorstehende Ostern. Ich machte sie darauf aufmerksam, daß die Juden kein Paffalamm mehr haben, während die Christen es am Heilande haben, dessen Vorbild das Passalamm nur gewesen ist. Die Frau vom Hause sagte: „Wir find doch hier unter uns, wie können Sie nur an die Dreieinigkeit glauben?" Ich erwiderte ihr, daß ja schon im A. T. gleich im ersten Kapitel vom Geiste Gottes die Rede sei, der über dem Wasser schwebte, und daß ' außer dem 18. Kapitel des ersten B. M. noch viele Stellen des A. T. darauf hindeuten; im N. T. aber ist die Dreieinigkeit ganz deutlich ausgesprochen. Die Frau, auf Christum zurückkehrend, meinte, wenn Jesus wirklich Gottes Sohn gewesen sei, dann hätte er nicht nöthig gehabt, sich so martern zu lassen. Ich erwiderte ihr, daß, wenn er nicht gekreuzigt worden, die Juden recht hätten, ihn-als Messias zu verwerfen. Ich holte die Bibel, gab dem Manne den hebräischen Tert, ich aber nahm den deutschen vor, und wir lasen Jesaias 53. iDie Frau sprach die Vermuthung aus, ob nicht die Missionare die hebräischen Terte verfälschen; sie wurde aber bald durch ihren Mann widerlegt, der die Stellen einzeln aus dem Gedächtnisse hersagend