Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Ewiges Ä»e* -ie B«-e« ««- -eren Berhattniffe in Rativo». (Ein Freund Israels macht uns über die Juden in Ratibor und ihre politischen, sittlichen und religiösen Verhältniffe einige Mittheilungen, die wir unsern Lesern nicht vorenthalten wollen; wir hoffen, sie werden mit Interesse gelesen werden.) Ratibor ist eine Stadt von mehr als 7000 Einwohnern. Der bei weitem größere Theil derselben gehört der römisch-katholischen Kirche an. Die evangelischen Christen sondern sich in unirt-evangelische, und in alt-lutherische; von den letztem sind aber nur wenige. Die Römisch-Katholischen, auch im Magistrat in der Majorität, suchen in neuester Zeit sich möglichst auszubreiten und durch äußeres Auftreten in Prozessionen und ähnlichen öffentlichen Aufzügen ihr Uebergewicht fühlen zu lassen. So hat der Magistrat die Verwaltung des hiesigen städtischen Krankenhauses, welche, wie dies auch in andem Städten Schlesiens bisher Sitte war, in religiöser Hinsicht-indifferent war, eigens dazu aus Posen berufenen, ärztlich gebildeten Nonnen übertragen, und es fehlt seitdem nicht an vielfachen Versuchen, kranke Protestanten zum Uebertritt in die römisch-katholische Kirche zu bewegen, obgleich der evangelische Geistliche durch häufige Krankenbesuche dagegen arbeitet. Die Juden bilden eine Gemeinde von etwa 150 Familien mit ungefähr 500 Seelen. Sie sind Banquiers, Getreidehändler, Manufaktur-Warenhändler und Restaurateurs, viele sehr wohlhabend, einige sehr reich. Obgleich sie in neuerer Zeit inBetreffdes gesellschaftlichen Lebens besser gestellt worden sind, fühlen sie dennoch den Druck, und ich habe es aus mehr als eines Juden Munde gehört, daß sie wohl wüßten, wie sie nur als nothwendigeö Uebel von ihren Mitbürgern geduldet würden. Vor nicht allzulanger Zeit hätte Ratibor bald Semen erlebt, wie sie vor einigen Jahren in Damaskus vorgekommen find. „Es sind etwa 4 Jahr", so erzählte mir ein Jude, „da lief am ersten Abend des Passafestes mein Dienstmädchen aus dem Zimmer, und wollte unter keinen Umständen in dasselbe zurückkehren, weil, wie sie Dibre Emeth. Nro. 2. ®