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Dibre Emeth · 1851-01-01 · 1-2 (1851) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
7 (1851)
Issue
1-2 (1851)
Date
1851-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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15 wissen, warum ich zum Christenthum übergetreten sei. Mt meinen Gründen nicht zufrieden, wollte er immer wieder einen weltlichen Grund hören, da er durchaus nicht glauben könne, daß ein Jude aus Ueberzeugung Christ werde. Ich fand dies sehr natürlich und theilke ihm aus eigner Erfahrung mit, daß, wenn man erst die Möglichkeit zugebe, daß ein Jude aus Ueberzeugung an Christum glaube, einen der Herr schon auf gute Bahn geführt. Außerdem mußte er mir dann zugeben, daß die Apostel und ersten Christen sämmtlich Juden waren, die aus reiner Ueberzeugung den Messias angenommen hatten. So kamen wir nach und nach auf religiöse Themata und von der Macht der Wahrheit überwältigt, erklärte er, daß er gar nicht gern so tief in die heilige Schrift eingehe. Ich fragte ihn, womit er sich einst, wenn er werde vor Gott hintreten müssen, um Rechenschaft abzulegen, ob er alle ihm dargebotenen Mittel benutzt habe, um das Heil seiner Seele zu schaffen, entschuldigen wolle, wenn er verschmähe, in der Schrift zu forschen? Den —. Auf einem Spaziergange um die Stadt lernte ich den Chordirigenten der hiesigen Gemeinde kennen. Er beklagte sich darüber, daß die Juden hier kein Interesse an der Religion haben; sie seien unwissend; wenn sie wenigstens noch Gefühl für religiöse Feierlichkeiten hätten. Ich zeigte ihm, daß das Gefühl leicht irre führen kann; er solle lieber den Juden wünschen, daß sie zur Bibel zurückkehren möchten, in welcher ihnen die wahre Richtschnur des Glaubens und Lebens gegeben sei. Wir sprachen hierauf über die Göttlichkeit der Bibel; er hält sie nur für Menschenwerk. Christum hält er für einen außerordentlich begabten, höchst moralischen, ftommen Juden. — Halten sie seine Lehre für wahr? — Ja. — Warum glauben Sie aber nicht, was er von sich selbst sagt? — Das hat er gar nicht gesagt, das haben nur die ungelehrten Apostel gesagt. — Warum schenken sie den Aposteln bezüglich der erhabenen Lehre Christi über Moral Glauben, und verweigern ihnen denselben, die Lehre von seiner Person betreffend-, zumal das, was sie von seiner Person berichten, mit den Propheten übereinstimmt? — Hier brach er ab, tveil er noch Geschäfte habe,,er würde mich aber nächstens besuchen. Den —. Aus dem Drängen, Schreien und Toben des

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