Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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u rade recht deutlich sei, da die historischen Facta Helles Licht über sie verbreiten. Hierauf erwiederte er mir kurz: „Die Erbsünde, die Mesfiasidee, die Opfer, die Versöhnung, ist Alles Unsinn; Gott verlangt vom Menschen nicht mehr, als er verlangen kann, und hierin besteht seine Gerechtigkeit, das ist Gnade." Er stellte Behauptungen über Behauptungen auf, ohne indeß nur eine zu beweisen, und blieb nie bei einem Punkte stehen. Es ist daher schwer, den Gang der Unterhaltung, die ziemlich lange währte, genau wieder zu geben. Das SS. Kapitel Jesaias anlangend, erwiederte er, daß Gesenius sieben Beweise aufgestellt, nach welchen, selbst wenn es auf den Messias ginge, doch nicht aus Jesum bezogen werden könnte. Als ich um diese Beweise bat, bedauerte er, das betreffende Werk nicht bei der Hand zu haben; er habe dies nur angeführt, um mich zu fragen, wem er mehr Glauben schenken solle, ob dem gelehrten Sprachforscher, oder mir? Ich entgegnete, daß er nur dem Worte Gottes glauben solle, es sei so einfach geschrieben, um es zu verstehen, müsse man aber Gott um Erleuchtung bitten, denn ohne göttliche Erleuchtung bleibe der Sinn der Bibel selbst den gelehrtesten Menschen dunkel. Da brach er in Lachen aus und erklärte mir rund heraus, die ganze Bibel sei reines Menschenwerk. Die erste wahre Offenbarung sei die Stimme in jedes Menschen Brüst; so sei die Bibel entstanden, die nur eine zweite untergeordnete Offenbarung, in der Vieles verstümmelt und falsch sei. Jeder, der dieser innern Stimme folge, er sei Jude, Christ oder Muhamedaner, verehre Gott auf die rechte Weise. Meine Entgegnung, daß ja auch die Götzendiener einer innern Stimme folgen, brach er kurz ab, indem er mir die Hand schüttelte, und nicht ohne Selbstgefälligkeit sprach: „Da haben Sie doch auch einmal einen Rabbinen kennen gelernt, der tolerant ist." — Ich empfahl mich, und wünschte ihm und allen meinen jüdischen Brüdern, daß sich doch der Herr ihrer gnädig annehmen und sie zu dem alten Bundesgotte, der sich ihnen durch die Bibel geoffenbaret hat, zmückführen möchte. Ich besuchte heute noch einige Juden, und brachte dem, welcher nicht über Religion sprechen will, ein Eremplar der fünf Bücher Mpsis. Heute begann er und wünschte durchaus den Grund zu