Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1-2 (1851)
- Date
- 1851-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Religion mit ihm an, er aber brach es kurz ab, indem er sagte, auf einer Reise habe ein gelehrter Christ mit ihm über den Messias gesprochen, in Folge dessen habe ihm derselbe Sottisen gesagt, und da habe er sich vorgenommen, gar nicht mehr über Religion zu sprechen. Ich bot ihm Traktate an; auf diese Weise könne er ja das mündliche Gespräch vermeiden, obgleich er, wie ich ihm versicherte, auch wenn er sich mit mir in ein Gespräch einließe, nicht besorgen dürfe, beleidigt zu werden; die christliche Religion predige sogar die Liebe gegen den Feind; es liege ihr ganz fern, die Wahrheit mit unwürdigen Waffen zu verbreiten. Ein armer, polnischer, kranker Jude bettelte an der Thür. Ich nöthigte ihn herein und sprach lange und ernst mit ihm. Als ich ihm beim Weggehen mehrere hebräische Traktate und ein N. T. schenkte, freute er sich sehr und sagte., daß er es auch seinen Kindem zu lesen gebm will. Die beiden Juden, welche Montags bei mir waren, besuchten mich wieder. Wir lasen das erste Kapitel Matthäus. Gleich bei der Erzählung der übernatürlichen Geburt des Herrn machten sie die Einwendung, daß sie auf diese Weise nicht stattgefunden haben könne. Nachdem sie bei der Allmacht und nach Anhörung des 17. und 18. Kapitels des ersten B. M. die Möglichkeit einer übernatürlichen Zeugung zugegeben hatten, zeigte ich ihnen die Stelle Jes. 7,14, in welcher Gott sie von dem Messias vorher verkündigt hat. Den —. Nachdem ich mich durch Gebet und das Lesen einiger Stellen in den Propheten vorbereitet hatte, trat ich einen schweren Gang an. Ich besuchte den hiesigen Rabbiner, und obgleich ich anfangs etwas befangen war, so gab mir dann der Herr doch fteudigen Muth, ihn zu bekennen, und leitete meine Gedanken. Da er den Gymnasiasten Religions-Unterricht giebt, bot ich ihm die Bibel im Hebräischen an, worüber er um so mehr erfteut war, als in den Händen seiner sämmtlichen Schüler sich nur ein Eremplar befindet. — Er wünschte aber nur Bibeln ohne die deutsche Uebersetzung, und warum? wurde mir bald klar, und ich erkannte die große Nützlichkeit, die Bibeln mit deutscher Uebersetzung unter den Juden zu verbreiten, zumal bei der so sehr vernachläßigten Erziehung der jüdischen Jugend