Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 11 (11.1850)
- Date
- 1850-11-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2554541-2554612-2554624--01343-2557177- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
182 schm Kreundeu in bet ^eiligen <Stabt ju fein glaubte; aber ein Wdt Lurchs Fenster auf die Liber und dm Tempel der Vesta an ihrem Ufer erinnerte mich, daß ich in Babylon und nicht in Jerusalem war. : Der Rabbi empfing mich freundlich und bat mich, mich nirderzulaffeu. Ich blieb stehe« und drückte meine Bewunderung auS über die Windungm der Tiber durch die Stadt und die uw» liegmde Gegend. „Za," sagte er, indem er vom Tische aufstand und sich dem Fenster nährte, „es ist in der Lhat ein schöner Anblick, aber oft, wenn sich meine Augen daran weiden, wird der Gedanke in mir lebendig an die Tausende meiner Landsleute, derm Blut in diesen Mauern vergossen worden ist. Sonderbare Gefühle durchkreuzen meine Seele, wenn ich bedenke, daß ich an demselben Orte bin, wo sich diese Scenen ereigneten. Ich verstand ihn, daß er auf die gefangenen Juden anspielte, welche bei dem Triumphe des Titus nach der Eroberung Jerusalems in dem Amphitheater kämpfen, mußten, wie auch auf die große Zahl von Juden, welche als Sklaven bei dem Baue des Colosseums beschäftigt wurden, der vom Bespasia» angefangen und vom Tims vollmdet wurde. Bei der Einweihung dieses großen und herrlichen Denkmals römischer Kunst und römischer Grausamkeit, bewilligte der Kaiser eine Reihe von 100 Tagen zu srneu unmevschlichm Gladiatoren-Ipieien, denen das Volk so leidenschaftlich «geben war, und bei denen damals das Leben von «ehr als 2000 Menschen und 5000 wilder Thiere zumZeitvmtreib der Hauptstadt geopfert wurde. Es unterliegt wenig Zweefts, daß die größere Zahl jener Opfer, wenn nicht alle, von den Mischen Kriegern war, welche mit verzweifelter Tapferkeit so lange die Mauern Jerusalems gegen die Angriffe der römischen Ägionen verchüdigi bauen. Es ist merkwürdig, daß einige der kolossalsten Denkmäler der alten Kunst — die Pyramiden io EgyMn, u«d das Colosseum in Rom — von den Händen Mischer Gesimgenm erbaut worden sein sollten. M. Zndem ich von Ihnen Abschied nehme, muß ich Sie drürgeyd bitten, Ihre AusmrrkfanMt aus die Gegenstände uusr-