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Dibre Emeth · 1850-11-01 · 11 (11.1850) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
11 (11.1850)
Date
1850-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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176 große Summe von seinem Privatvermögen, dasselbeauftecht zu erhalten. Allein ungeachtet dieser schmerzlichen Erinnerungen empfing er wich mit Herzlichkeit und Freude. Er erzählte mir die besonder« Umstände bei seiner Wahl zu dem Amte des Oberrabbis in Rom, aber obschon mit seiner gegenwärtigen Lage zufrieden, beklagte er doch, nicht mehr in Jerusalem, seinem Geburtsorte, zu sein und die Gesellschaft und das Klima genießen zu können. Die Luft in Rom, meinte er, sei dick und drückend im Vergleich mit der reinen und köstlichen Luft in Zerusalem. Auf meine Erkundigungen nach der gegenwärtigen Lage der Juden in Rom erhielt ich von ihm den Bescheid, daß ihre Zahl ungefähr 5000 betrage, daß sie größten Theils arm, und nur sehr wenige reich unter ihnen wären, und daß vier der Reichsten vor Kurzem Rom verlassen hätten und nach Florenz gezogen wären, als einem Orte von größerer Sicherheit Die Zuden nahmen Theil an dem Aufstande der Römer und fochten mit dm andern Bürgern auf den Berschanzungen während der Belagerung der Stadt von Seiten der Franzosen. Deswegen, sagte der Rabbi, leben wir in steter Furcht, daß uns dies von der päpstlichen Regierung vergolten werden wird. Während er dies sagte, sah er sich um und nach der Thür, welche halb offen stand, mit einem Ausdruck von Unruhe, und rief den Dienstboten, die Thür zuzumachen. Unsere Lage unter der Regierung Pius des IX., fuhr der Rabbi fort, hat sich etwas verbessert. Die sieben Thore, welche das Ghetto verschlossen, sind nicdergerissen worden, und die Zuden werden nicht wehr länger gezwungen, darin zu wohnen. Bei seiner Wahl zum Oherrabbi hatte er die Ehre, beim Papste eine Audienz zu haben. Er hatte ein hebräisches Gebet für Seine Heiligkeit verfaßt, uyd als er bei seiner Audienz Sr. Heiligkeit einen Band Manuskripte hebräischer Gedichte, kostbar gebunden, als Zeichen seiner Ergebenheit überreichte, fragte Pius IX., indem er das Geschenk annahm , ob das hebräische Gebet, welches für ihn verfaßt worden sei, darin enthalten wäre. Der Rabbi antwortete verneinend, worauf Sr. Heiligkeit bemerkte,- daß es

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