Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 9 (9.1850)
- Date
- 1850-09-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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140 erhalten, in denen sie dringend gebeten werden, zu verschiedenen Zwecken beizutragen; sie erhalten rührende Schilderung von-Kindern ohne Schuhevon verhungernden Frauen und sterbenden Eltern; aber untersucht man die Sache, so findet man gut gewärmte und ausmöblirte Stuben, wohl bekleidete Kinder, und Eltern-bei guter Gesundheit; und doch hält man kein Berzetchniß von solchem Betrüge unter Nichtjuden. Aber den armen Zuden klagt man an als höchst betrügerisch. Wahrlich, das ist nicht die Sprache ünsers hochgelobten Herrn, und das ist-wahrlich nicht dem Gebote seines Evangeliums angemessen! Dann sagt man, ihre Herzen sind so verhärtet, daß man keinen Eindruck auf sie erwarten kann.- Nun wir haben nicht nöthig so weit bis zum Zuden zu gehen, um zu entdecken, wo die Hartnäckigkeit des Herzens besteht. „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie". Ein jeder Einzelne in diesem Saale mag in sein Herz blicken und sehen, ob er keine Hartnäckigkeit darin finde, und wenn er findet, daß er eine Ausnahme von der Regel macht, daß „das Herz des Menschen ein trotziges und verzagtes Ding ist", nun dann mag er sage«, - daß für die Zuden keine Hoffnung ist. Wiederum sagt man uns, daß ihre Borurtheile so tief gewurzelt sind, daß man nicht erwarten kann, daß sie jemals ausgerottet werden könnten, und daß die Zuden niemals die Wahrheit aufnehmen werden, wie wir sie aufnehmen. Zch gebe die Macht der Borurtheile zu; aber es giebt kein größeres, als das eine, das ich jetzt eben bekämpfe, das Borurtheil gegen die Zuden, und so lange wir die Macht dieses Borurtheils zugeben — und das hat man in der Breite und Länge dieses Und anderer Länder hinlänglich genug erfahren — so haben wir Nicht nöthig, sie.für unüberwindlich zu halten; denn wir sehen daß viele, die einst gegen die Zuden waren und gering von ihnen dachten, nun die ersten sind, welche für die Zuden wirken, indem sie an die Verheißung des Wortes Gottes glauben, daß allezeit ein heiliger Saame unter ihnen ist, und daß einst die Zeit kommen wird, in der ganz Zsrael selig werden soll. Es giebt jedoch eine Schwierigkeit, welche ich für größer bei den Juden als bei den Christen anerkennen muß, ich müne die Familienbande.