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Dibre Emeth · 1850-06-01 · 6 (6.1850) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
6 (6.1850)
Date
1850-06-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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96 gar wohl die Hoffnungen dieses Volkes kannte, die Hoffnungen der Wiederherstellung des Reiches. Wie sehr diese Hoffnung verbreitet war, geht schon daraus hervor, daß die Magier nach der Geburt des Heilandes nach Jerusalem kamen und nach dem neugebornen König der Juden fragten; daß die falschen Messiaffe, die in langer Reihe nach Zesu auftraten, nur dann bet dem Volke Eingang finden konnten, wenn sie an die Hoffnung der Aufrichtung des irdischen Reiches anknüpften. Dann vergaß ZSrael die Pflicht des Gehorsams gegen die von Gott ihm gesetzte Obrigkeit, und mit Unverstand eifernd, glaubte es, durch fleischliche Waffen erreichen zu können, was von der Bekehrung der Herzen abhängig ist und wofür die Zeit noch nicht gekommen war. Wenigen war eine Erkenntniß zu Theil geworden, wie dem Nathanael, welcher zu dem erniedrigten Gottessohne sprach: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König Z-rael'S. Und er ifks und wird es bleiben für die Ewigkeit. Z n der Welt wird daS Reich beginnen, aber dennoch ist es Nicht von der Welt, das sagt der König Zsrael's selbst, das bezeugt er vor eben demselben, vor welchem er auch bekräftigt: Du sagst es, ich bin ein König! Denn wenn der Herr-sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt," was kann es anders heißen als: Mein Reich hat seinen Ursprung nicht in dieser Welt der Sünde, sondern es ist himmlischen Ursprungs. Daß dies in den Worten deS Herrn^liM, wird durch Vergleichung einer andern Stelle deutlich werden. ^>en Hohenpriestern und den Aeltesten des Volkes hält Zesus auf ihre Frage, aus was für Macht er seine Wunder verrichte, die Frage entgegen: „Woher war die Taufe Zohannis? War sie vom Himmel oder von den Menschen?" Matth. 21. Es ist ersichtlich, daß sie nach der Meinung Christi vom Himmel war. Dann aber kann dies nur heißen, sie sei himmlischen Ursprunggewesen: denn alles Andere, außer ihrem Ursprünge, war nicht himmlisch. Auf der Erde wurde sie vollzogen, irdischen Mensche^ ward sie ertheilt; ein irdischer Mensch wollte durch sie Hinweisen auf den, der mit dem heiligen Geist und mit Feuer taust; irdischen Wassers bediente er sich bei seiner Taufe: nur

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