Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 6 (6.1850)
- Date
- 1850-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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92 Bekehrung erfolgt ist. Daß, aber diese gewiß vollzogen werden wird, das ist nicht bloß Lehre des Alten, sondern eben so auch des N. Testamentes. Za das N. T. giebt sogar den Zeitpunkt genauer an, wann wir die Bekehrung Israels zu erwarten haben, nämlich dann, wann „die Fülle der Heiden" eingegangen sein wird. „Verstockung," sagt Paulus Röm. 11, 25. ff., „ist Israel einem Theile nach widerfahren, bis die Ergänzung (Fülle) der Heiden etngegangen ist, dann aber wird ganz Israel selig werdend. Nicht so, daß zuerst die Mission unter den Heiden ihr Ziel erreicht haben müsse, so daß alle Heiden bekehrt sein müßten, bevor an Israels Bekehrung zu denken sei, denn daS stände im Widerspruch mit ber biblischen Lehre von der Missionsthätigkeit des Volkes Gottes, von welcher nachher die Rede sein wird —sondern „ Ergänzung oder Fülle der Heiden" weiset darauf hin, daß durch die Verstockung, welche als ein göttliches Strafgericht einem Theile des jüdischen Volkes widerfuhr, in dem Reiche Gottes eine Lücke entstand, welche durch die bekehrten Heiden einstweilen ausgefüllt wird, ohne daß deswegen Israel seiner aus Gnade ihm gegebenen Verheißungen verlustig oder das Bedürfniß nach einer neuen Ausfüllung jener Lücke durch das alte Bundesvolk verschwunden wäre. Das ist die Auffassung der bedeutendsten Ausleger der angeführten Stelle. Die Reformatoren waren zum Theil anderer Ansicht und bekannt ist, wie z. B. unser Luther sich zu der sehr harten Aeußerung verleiten ließ: „Ein Jude oder jüdisch Herz ist so stock-, stein-, eisen-, teufelhart, das mit keiner Weise zu bewegen Ist: wenn Moses käme mit allen Propheten und thäten alle Wunderwerke vor ihren Angen, daß sie sollten ihren harten Sinn lassen, wie Christus und die Apostel vor ihnen gethan haben, so wäre es doch umsonst, dennoch muß Gott ein Lügnersie aber wahrhaftig sein. Summa, es sind junge Teufel, zur Hölle verdammt, vom ganzen Haufen mag hoffen, wer will, ich Hab da keine Hoffnung, weiß davon keine Schrists!)." Daß eine solche Behauptung mit der ganzen heiligen Schrift in Widerspruch steht, ist aus dem Obigen schon klar und bedarf keines weiteren Beweises. Luther selbst hat jene Ansicht später aufgegrben; aber