Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 6 (6.1850)
- Date
- 1850-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 länge Zeit hindurch blieb sie bei den Ätherischen Theologen herrschendja Spener, der Große, ward, weil er aufs Neue die Hoffnung einer zu erwartenden Gesammtbekehrung Israels mit Bestimmtheit aussprach, von seinen orthodoxen Gegnern aufs Heftigste angegriffen. Wer aber ohne Borurtheil an die heilige Schrift geht, muß nothwendig erkennen, daß in derselben die Hoffnung der Bekehrung der Juden ihre Bestätigung finde; und diese frohe und erhebende Hoffnung wollen wir uns nicht verkümmern lassen, eingedenk des Wortes: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich." Za, nicht nur die Bibel führt uns zu dieser Hoffnung; die ganze Entwickelung der Geschichte bis hieher und so viel wir aus der heiligen Schrift über die Zukunft wissen, fordert nothwendig die Erfüllung dieser Erwartungen. Die Bergangenheit muß ohne diese Hoffnung zum großen Theil unverständlich und die Gegenwart und Zukunft in ein noch weit undurchdringlicheres Dunkel gehüllt sein. Noch deutlicher aber, als aus dem bisher Gesagten geht die Richtigkeit unsrer Auffassung der prophetischen Stellen über Israels Zukunft aus der andern Verheißung hervor, welche dem erwählten Volke gegeben ist und deren Erfüllung überall von der Bekehrung abhängig gemacht wird, aus der Verheißung nämlich der einstigen Wiederherstellung des jüdischen Reiches. Das sagen ja eine Reihe von Stellen der heiligen Schrift ganz unwidersprrchlich, daß Israel nicht fortwährend in der Zerstreuung leben, sondern im gelobten Lande wieder vereinigt werden, daß der theokratische Staat wieder aufgerichtet werden soll. Ein festes Band ist fteilich schon dasjenige, welches die Gläubigen des Herrn Jesu unter einander verbindet; aber das Band, welches das bekehrte Volk Gottes vereinigen wird, soll ein ungleich festeres sein, denn dort wird die Klage nicht mehr gehört werden, die der Herr vorhergesehen hat: Weil die Ungerechtigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in Bielen erkalten. So spricht der Herr: Wenn ich das Haus Israel wieder versammeln werde von dm Völker«, dahin sie zerstreut sind, so will ich vor den Heiden an ihnen erzeigen, daß ich heilig bin. Und sie sollen sicher wohnen in ihrem Lande, das ich meinem