Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 3 (3.1850)
- Date
- 1850-03-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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fu« gelegenen Orte, Namens Zobar, zu gehen. ES ist ein kleines Dorf, in dem die Zuden eine große Synagoge haben. Diese Synagoge ist über eine Höhle gebaut, welche die Juden als den Ort bezeichnen, wo Elias ruhete zu der Zeit, als der Herr zu ihm sprach: „Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste Damaskus ic." (1. Kön. 19, 15.) Auch bezeichneten sie mitten in der Synagoge eine Stelle, wo der Prophet Elias seinen Nachfolger Elisa salbete. Ich began nun unser Gespräch damit, daß ich ihnen sagte, daß Elias Himmelfahrt sie stets an die Auferstehung und Himmelfahrt unserS hochgelobten Heilandes erinnern sollte. Aber, erwiederten sie, wir sinken, daß Elias seinen Geist zurück ließ, als er gen Himmel fuhr, wie wir 2. Kon. 2, 15. lesen: „Und da ihn sahen der Propheten Kinder, die zu Jericho gegen ihn waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruhet auf Elisa; und gingen ihm entgegen und beteten an zur Erde re.^ Finden wir dasselbe auch von Zesu Christo? Darauf antwortete ich: Wir finden das bei unser« Herrn und Heilande in einem weit höher« Maße; denn als er gen Himmel fuhr, iheilte er den heiligen Geist nicht bloß einem, sondern allen seinen Jüngern mit, wie wir dies im Evangelio St. Zohannis finden 20, 22. Darauf hatten wir ein langes Gespräch über die Menschwerdung unsers Herrn, und nachdem ich auf alle ihre Einwürfe geantwortet hatte, verließ ich sie. Zch gab ihnen einige Pentateuche, Tractate und Neue Testamente zum Gebrauche für solche Zuden, denen es an den nöthigen Mitteln fehlt, sich dieselben zu kaufen. Oktbr. 24. — Das Oberhaupt über Syrien, gewöhnlich unter dem Namen Seraskier bekannt, wurde davon unterrichtet, wie viel Tractate, Neue Testamente und Bibeln die Zuden erhalten hätten, und es scheint als ob er glaubte, daß die Juden durch diese Bücher nothwendig zum Christenthume bekehrt werden müßten, und daß er in Folge dessen zweierlei Abgaben, welche die Zuden jährlich zu zahlen haben, verlieren würde, da nach seiner Meinung die Juden, sobald sie zum Christenthume bekehrt sind, unter Englischen Schuß kommen würden. Er sandte daher nach dem Oberrabbi und befahl ihm, in seinem Namen in der Synagoge bekannt zu machen, daß den Zuden zwar erlaubt sei, Bibeln anzunehmen, aber keine Neuen Testamente. Zch freue mich jedoch sagen zu können, daß die Zuden nach Neuen Testamenten kamen bis zu dem Tage, an dem ich Damaskus verließ. Heute Nachmittags hatte ich eine große Anzahl Zuden in meiner Stube, denen ich das Evangelium predigte. Drei Rabbiner disputirten lange Zeit mit mir, und fragten unter andern auch, wie Jesus, da er seinen Einzug in Jerusalem auf einem Esel hielt, anders als spottweise ein König genannt werden könnte? Darauf erwiederte ich, daß die Weissagung des Propheten Sacharjah (9,9.) eine hinlängliche Antwort auf diese Frage sei-