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Dibre Emeth · 1850-03-01 · 3 (3.1850) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
3 (3.1850)
Date
1850-03-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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: Oktbr. 26. — Diesen Morgen kam ich in dem Zudenviertel der Stadt mit mehreren Juden zusammen. Ich begann ihnen das Evangelium zu predigen und erbot mich zu einer öffentlichen Disputation mit ihnen über unsre heilige Religion. Darauf antworteten fie, daß sie selbst nicht fähig wären, in irgend eine Erörterung dieses Gegenstandes einzugehen, weil sie unwissende Leute seienaber sie wollten sich nach einigen Rabbinen umsehen, die, wie sie hofften, im Stande sein würden, mich sogleich zu widerlegen. Zch sagte ihnen, daß ich mich sehr freuen würde die Rabbiner zu sehen und mich mit ihnen zu unterhalten. Die Juden brachten nun zwei Rabbiner, und die Erörterung begann. Sie. — Glauben Sie an das Gesetz Moses, die heiligen Schriften und die Propheten? Zch. — Gewiß, ich glaube an das Gesetz, die Propheten und Hagiographen. Sie. — Warum beschneiden Sie denn aber nicht Ihre Kinder? Wissen Sie nicht was die heilige Schrift über diesen Gegenstand sagt? Darauf nahmen sie die Bibel und lasen 1. Mos. 17, 10.: „Dies ist aber mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch, und deinem Saamen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden." Zch- — Zhr wöget Eure Kinder beschneiden, wenn Zhr wollt, aber Zhr müßt dessenungeachtet an Christum glauben. Bei uns ist kein Unterschied, ob Zemand beschnitten ist oder nicht, weil unsre heilige Religion von den Menschen fordert, daß sie eine neue Kreatur werden. Aber der Mensch kann keine neue Kreatur werden, ausgenommen, daß er zuvor alle weltlichen Gedanken von sich entfernt und die Borhaut seines Herzens beschneidet; und die Vollziehung einer solchen Beschneidung wird uns im Gesetze geboten. (5. Mos. 10, 16.) Aber laßt uns die Beschneidung etwas näher erwägen. Was wird von Abraham gesagt, selbst ehe er das Gebot von der Beschneidung empfing? Finden wir nicht, daß sein Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde? Sie. — Aber erfüllen Sie denn die Vorschriften des Gesetzes? Zch. — Wenn Zemand aufrichtig an den göttlichen Ursprung der Religion Christi glaubt und fest überzeugt ist, daß seine ewige Seligkeit in der Uebereinstimmung seines Lebens mit ihren Geboten besteht, so wird ein solcher Glaube natürlich auch die Uebung derjenigen Tugenden erzeugen, welche das Evangelium fordert, so daß in diesen Tugenden der lebendige Glaube ebenso deutlich erkannt werden kann, wie der Baum an seinen Früchten. Die guten Werke sind der Prüfstein und das Kennzeichen eines reinen und Unverfälschten Glaubens, gerade wie die Früchte eines jeden Baumes. Kurz, wir betrachten die Werke als wesentlich für den wahren Christen und als die vothwendige Folge eines aufrichtigen

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