Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 3 (3.1850)
- Date
- 1850-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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42 vagoge, und alle in Sidon wohnenden Zuden folgten uns. Hier predigte ich ihnen nun das Evangelium und erklärte ihnen, daß der Zweck meines Herkommens kein anderer sei, als ihnen die Botschaft des Friedens zu bringen und ihnen Zesum Christum, unfern hochgelobten Heiland, zu predigen, welcher in seinem Fleische hinweg nahm die Feindschaft des Gesetzes, das im alten Bunde in Geboten bestand. Darauf erwiederten sie: Moses ist wahr, und sein Gesetz ist wahr; und da MoseS ein Gesetz gab, so glauben wir an ihn und an Gott, welcher das Gesetz durch ihn gab, wie geschrieben steht: „Und das Volk fürchtete den Herrn, und glaubte ihm und seinem Knechte Mose; (2. Mos. 14, 3 t.)'* aber Jesus gab kein Gesetz und darum dürfe» wir ihm nicht glauben. Darauf erwiederte ich: Das Gesetz ist ein Abglanz der Vollkommenheit Gottes, daher kann es nicht zwei verschiedene Gesetze geben. Das was von Jesus das Gesetz betreffend vorher verkündigt wurde, hat er auch gethan. Er soll das Gesetz herrlich und groß machen. (Zes. 42, 21.) Das hat er auch gethan, wie wir es in dem Evangelio St. Matthäi finden 5,17.: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen." Und wiederum Rom. 3, 31.: „Wie? heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten es auf." Dies könnt/ Moses nicht thun, denn nachdem er das Gesetz gegeben hatte, kam das ganze Geschlecht, dem er es gegeben, seines Unglaubens wegen in der Wüste um. Nichtsdestoweniger stehen sich Zesus und Moses nicht entgegen, denn Jesus selbst spricht: „Wenn ihr Mosi glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben." (Zoh. 5, 46.) Dann theilte ich einige Bibeln und Neue Testamente und, eine Liturgie aus. Zn Sidon wohnen nur 50 jüdische Familien, die alle arm sind, mit Ausnahme von 6 oder 7. Sie erwerben sich ihren Lebensunterhalt durch den Kleinhandel mit Seide, .die sie in den verschiedenen Dörfern aufkaufen. Am 8. Oktbr. gelangte ich in Bairut an. Zwei Rabbiner, denen ich vor drei Zähren das Evangelium predigte, besuchten mich