Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1850-03-01 · 3 (3.1850) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
3 (3.1850)
Date
1850-03-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554612-2554616--01196-2557022
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

43 sogleich, als sie von meiner Ankunft hörten. Sie sagten mir, daß fle zur Taufe vorbereitet und auch bereit seien, sich taufen zu lassen; sie hätten, seitdem ich vor drei Zähren Bairut verlassen, stets über die verschiedenen Stellen der Schrift, die ich damals bezeichnete, nachgedacht und nach der Wahrheit geforscht. Ich sagte ihnen, daß das Beste für sie sein würde, nach Jerusalem zu gehen und da die Taufe nachzusuchen. Darauf erwiederten sie nichts. Zch besuchte auch mehrere Juden in ihren Wohnungen und bereitete mich zu meiner Reise nach Damaskus vor. Am 10. verließ ich Bairut und am 13. spät des Abends kam ich in Damaskus an. Da ich vorher niemals in Damaskus und daher den Juden fremd war, so hatte ich die Vorsicht gebraucht, mir an jedem Orte, den ich auf meinem Wege besuchte, von den Juden Briefe an ihre Brüder in Damaskus geben zu lassen, und ich freue mich, daß dies ganz meinem Zwecke entsprach; denn in weniger als einer Stunde nach meiner Ankunft hatte ich eine Anzahl Juden in meiner Stube, denen ich das Heil in Christo Zesu verkündigte. Oktbr. 20. — Da heute Sabbath war, hielt ich es für nothwendig zuerst die Synagoge Schamai zu besuchen. — Diese Synagoge wird so genannt, um die Zuden an den großen Rabbiner dieses Namens zu erinnern, der so oft im Thalmud erwähnt wird. — Zch war gerade gegenwärtig, als die Priester den Segen sprachen, die vor dem Schreine*) standen, mit ihrem Gesicht zu dem Volke gewandt, aber mit ihrem Tallith (Gebetsmantel) bedeckt. Sie segneten die Gemeinde mit den Worten 4. Mos. 6, 24 — 26.: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Friede." Die Zuden sagen, daß dieser Segen nur von einem Priester ertheilt werden kann, der in gerader Linie von Aaron abstammt; wenn kein Sohn Aarons in der Versammlung ist, kann er nicht ertheilt werden. Zn Deutschland und Polen wird dieser Segen *) Das Behältniß, in der Regel in der Mauer, in dem die Gesetzesrollen aufbewahrt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.