Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 3 (3.1850)
- Date
- 1850-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 ungefähr 100 Keronen (etwa 33 Thaler) monatlich, jetzt aber werden monatlich 500 bis 700 Keronen von ihnen erpreßt. Da die Summe, die sie zahlen sollen, durch kein Gesetz bestimmt ist, so steht der Willkür, sie zu drücken, fortwährend Thür und Thor offen. Bon den Juden in Karadogh, einer Stadt von einiger Bedeutung, sagt man, daß sie ein Bild des Elends und der Leiden darstellen, seufzend unter der Grausamkeit der Regierung und der Kurden im Allgemeinen. Die Juden werden von dem ersten Gouverneur der Stadt auf eine bestimmte Zeit an einen Kurdischen Agha (Hofbeamten) verkauft, und dieser wird mit uneingeschränkter Vollmacht versehen, von ihnen Geld zw erpressen,,um sich für den Preis, den er bei seinem Handel bezahlt hat, zu entschädigen. Um die Habsucht des Agha's zu befriedigen, werden oft Gelegenheiten gesucht, die Juden wegen Streitsucht anzuklagen, oder sie durch schimpfliche Behandlung in irgend einer Weise zu solchen Handlungen zu reißen, welche als eine Beleidigung der muhamedanischen Religion gedeutet werden können; und dem Angeklagten bleibt kein anderes Mittel, sein Leben zu retten, als Alles, was er besitzt, hinzugeben, und wird vielleicht über dies noch gezwungen Muhamedaner zu werden. Die armen Juden in Ravandus müssen ohne Bezahlung an der Wiederherstellung des Forts Balisan arbeiten, weil es den türkischen Beamten so einfällt. Die Regierung ist so schwach, daß man auch nicht die geringste Furcht hegt, sie werde gegen solche Mißbräuche einschreiten, daher denn auch der gemeinste Kmde sich ungestraft zum Herrschet über die Juden Macht. Wenn Alter oder Gebrechlichkeit sie unfähig macht zu der für sie bestimmten Arbeit, so müssen sie ihre Kleider oder Kochgeschirre verpfänden oder verkaufen, um Jemanden dingen zu können, der ihre Arbeit thuk. Diejenigen, die an dem Werke arbeiten, erhalten kaum das zu ihrem Bestehen nöthige Brod. Herr Sternschuß sagt, daß das Bild des Jammers und das Elend seiner weinenden Brüder vor ihm, so überwältigend für ihn war, daß er keine Worte flnden konnte, sein Mitleid mit ihnen auszudrücken. Während seines Aufenthalts in Ravandus (am 5. August)