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Dibre Emeth · 1850-01-01 · 1 (1.1850) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
1 (1.1850)
Date
1850-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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13 werden könnte, dem Buche, das ihnen anvertraut wurde, und das sie mit Eifer und der größten Wachsamkeit bewahret und rein zu erhalten gesucht haben. Nun aber finden hier viele Juden, daß sie hierin in Unwissenheit lebten, und obschon ihre Herzen noch zu hart sind, um beim Gebrauche des geoffenbarten Wortes Gottes gute und heilsame Eindrücke zu empfangen, und ihre Augen zu dunkel, um die volle Wahrheit unsrer heiligen Religion zu erkennen, so danke ich doch Gott, daß die Decke so weit von ihrem Gesicht genommen worden ist, daß viele von ihnen anfangen, in einem ganz anderen Lichte das Christenthum zu betrachten, als es bisher der Fall war. Der Oberrabbiner ist außerordentlich über den Borschritt, den das Christenthum in den Herzen vieler angesehenen Juden zu machen anfängt, beunruhigt. Daher bat er seine Religionsgenossen in Jerusalem, Konstantinopel und andern Orten, ihm Bücher zu senden, in denen das Christenthum bekämpft wird. Zn Folge dessen ist er mit einer großen Anzahl solcher Schriften versehen worden, die er an die Juden verkauft. Am 17. wurde ich zu Herrn R— gebeten, bei dem sich viele Zuden versammelt hatten und auf mich warteten, von denen ein jeder mit Streitfragen aus diesen Büchern bewaffnet und bereit war, mich damit anzugreifen. Anfangs war ein großer Tumult und Lärm, indem ein jeder wünschte, zuerst zu sprechen, und daher alle auf einmal sprachen. Zch beruhigte sie jedoch bald dadurch, daß ich bemerkte: „Zch sehe, ein Zeder von euch meint ein Goliath zu sein, vom Kopf bis Fuß bewaffnet, und wünscht daher mich zu erlegen. Zch habe keine Waffen bei mir, sondern ich komme wie David, nur daß ich statt seiner fünf Bachsteine und feiner Schleuder die fünf Bücher Moses habe. Mit diesen in meinen Händen hoffe ich im Namen des Gottes, auf welchen David vertraute, im Stande zu sein, den Kampf mit euch zu bestehen. Zch bitte euch nur, mir zu erlauben, mit Zedem einzeln zu kämpfen, und nicht alle auf einmal sprechen zu lassen; ihr wißt, was der Thalmud sagt: Zwei Stimmen können nicht auf einmal gehört werden."

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