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Dibre Emeth · 1850-01-01 · 1 (1.1850) · page 11

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Journal
Dibre Emeth
Volume
6 (1850)
Issue
1 (1.1850)
Date
1850-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 Ferner aber muffen wir den Herrn Doktor fragen: welche „Lehren des Heidenthums" das Christenthum in sich ausgenommen habe? Er wird uns vielleicht auf Manches Hinweisen, das sich in entarteten, von der Bibel abweichenden Kirchen findet; allein wir verweisen und berufen uns stets auf die Duelle, auf das Neue Testament, und fragen: welches find die heidnischen Lehren, die die Apostel, diese jüdischen Männer, verbreitet haben? Endlich aber fragen wir: welches ist der Geist Zudas, der sich zum Heile der Menschheit in alle ihre Glieder verbreiten muff? Ist es der alttestamentliche? So scheint es der Herr Doktor andeuten zu wollen in seinem Vortrage, allein das ist nicht der Geist, der Zuda wirklich beherrscht; denn das orthodoxe Zudenthum fußt ja bekanntlich nicht auf dem A. T., sondern auf dem ihm gleichstehenden, ja über ihm stehenden Talmud. Freilich Vieles, das im Talmud ist, verwirft der Herr Doktor, wie viele seiner Gesinnungsgenossen; allein noch bekennt sich das Zudenthum und die Zudenheit als Volk dazu. Ist es allenfalls der Geist, der aus der heiligen Schrift das sogenannte Zeitgemäße herausnimmt und also den Organismus der Schrift zerreißt, das Dogma der Einheit Gottes und die herrlichen Lehren der Nächstenliebe? So scheints der Herr Doktor zu verstehen. Allein das ist nicht der Gesammt-Schrift-Geist, also auch nicht der Geist des biblischen Zudas. Herr Philippson schließt seine Predigt damit, daß er Zesaias 42, 1 — 4. an führt und die Stelle auf Zsrael, wie es jetzt ist, anwendet und Zsrael Much zuspricht. Wir wollen unsere Anmerkungen auch damit schließen, daß wir auf diese herrliche Stelle verweisen, denn sie spricht von Zudas Glanz und Krone, sie redet vom Messias, Zsraels Hoffnung und Ruhm. Wenn scin'Geist in Zuda Raum gewinnt, dann wird aller falschrabbinische Geist, sei er abergläubisch oder ungläubig oder eigen gemacht, weichen; Licht und Wahrheit werden in Zsrael herrschen, und allerdings dann wird Zsrael noch seine große Bestimmung, weshalb es so wunderbar erhalten worden ist, erfüllen und der Welt noch zum Heile und Segen werden. Aber da muß zuvor

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