Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 1 (1.1850)
- Date
- 1850-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 den, dagegen zu zeugen. Herr Philipps»» sagt: „Der Fall Zions muß einen bestimmten Gedanken gehabt haben. Und welche waven nun diese Gedanken?" Also fragt er und beantwortet seine Frage also: „Die Gotteslehre war unterdeß nicht mehr das alleinige Eigenthum Israels geblieben. Durch das Christenthum und den ZSlam war fie hinausgelangt in die ganze Menschheit, aber nur in Bruchcheilen, vermischt mit den Lehren des Heidenthums, mit Gebilden aus anderen Kreisen...... Die Juden find noch heute da zum Zeugniß: um die ganze, unverfälschte Gotteslehre zu erhalten und zu wahren, bis auch für diese die Menschheit reif geworden." Und weiter unten lesen wir, daß Israel deshalb lange gedrückt dastand: um diese Lehre zu erhalten, jetzt aber „öffnet sich der ganze Lebensstrom für Israel, und Israel geht ein in den ganzen Strom des Lebens. Warum? Weil allerdings die Menschheit heranreift für die ganze und volle Gotteslehre. Der große Geist Judas muß in allen Gliedern der Menschheit wirken und wirken, bis daß jenes große, hohe Ziel erreicht ist, das Ziel der Jahrtausende!" Verweilen wir nun ein wenig bei dieser Antwort, so dringen sich uns von selbst folgende Gedanken auf. Herr Philippson stellt das Christenthum und den Islam auf ein und dieselbe Stufe, sagt, beide haben etwas Wahrheit, allein nur in Bruchtheilen, vermischt mit den Lehren des Heidenthums. Wenn ein Doktor also über andere Religionen urtheilt/ so dürfen wir wohl voraussetzen, daß er dieselben kennt. Nun aber weiß Jedermann, der sich nur ein wenig mit dem Islam bekannt gemacht hat, daß der Koran viele Stellen des Talmuds ausgenommen hat, daß derselbe die falsche rabbinische Lehre vom Verdienst der guten Werke und der Kasteiungen auch sich zueigen gemacht hat, und auch darinnen dem entarteten Zudenthum gleicht, daß er auf das Bekennmiß: es ist Ein Gott, einen hohen Werth legt, za daß dieses bloße, todte Bekenntniß zu einem kalten, leblosen Monotheismus herabgesunken, die Seligkeit bedingt. Es ist daher ein großes Unrecht, den Islam mit dem Christenthum auf gleiche Linie zu stellen.