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Dibre Emeth · 1849-12-01 · 12 (12.1849) · page 12

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
12 (12.1849)
Date
1849-12-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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204 1 euch weigert und seid widerspenstig, so sollt ihr vom Schrecken aufgezehrt werden, denn der Mund Gottes sprachs! — Wenn ihr nicht umkehrt, so wird das Racheschwert Gottes euch treffen. Glaubt nicht, daß ihr durch die Taufe euch losgeriffen habt vom Zudenthum. Der Jsraelite kann sich des Zudenthums nicht entäußerv: denn meine Knechte sind sie, die ich aus dem Lande Egypten geführt habe. 3. Mos. 25, 42. Die Thorah (Gesetz) die Moses uns geboten, ist ein Erbe der Gemeinde Zakobs. 5. Mos. 33, 4. Der Jsraelite ist seinem Gotte leibeigen, er kann sich weder losreißen, noch loskaufen. *). Der Bund, den Gott mit ihm gemacht, und den es am Sinai durch *1 Das verstehe wer da kann, uns ist es unmöglich. Der Jude soll sich nicht von Gott losreißen können, und doch sotten die Getauften, wenn sie nicht wieder umkehren, von dem Racheschwerte Gottes getroffen werden. Wie ist das möglich? Der mit Gott Bereinigte kann doch nicht gestraft werden, sondern nur der sich von ihm losgerissen hat, und nicht der mit Gott Vereinigte kann wieder zu ihm zurücktreten, sondern nur der, der sich von ihm abgewandt, von ihm losgerissen hat. Und wie will denn der Verfasser dann die vielen Stellen der Schrift erklären, in denen Israel ein abtrünniges Volk genannt wird? Oder heißt abtrünnig nicht etwa so viel als losgerissen? Werden auch die Gottlosen unter den stets „Leibeignen" bleiben, die Gott dienen muffen? Wir wollen nichts davon sagen, daß bei Gott von einem gezwungenen Dienste nicht die Rede sein kann, nichts davon sagen, daß bei einem „Leibeigenen" auch nicht von einem freien Willen die Rede sein kann, den doch der Verfasser so scharf hervorhebt, wir wollen nur fragen, ob denn die, welche nach Daniel 12, 2. zur ewigen Schmach und Schande auferstehen werden, und die, welche nach Jes. 65, 24. allem Fleische ein Gräuel sein sollen und deren Wurm nicht sterben und deren Feuer nicht verlöschen wird, ob diese auch noch mit Gott vereinigt und seine Leibeigenen find? Oder werden damit etwa keine Juden gemeint, werden darunter nur Heiden verstanden? Das könnte doch nur ein Wahnfinniger behaupten. Abgesehen davon, daß das Gesetz den Juden gegeben ist, daß die Propheten zu den Juden geredet haben, wäre dann den Juden das Vorrecht vor allen Völkern gegeben, zu sündigenunbeschadet ihrer Seligkeit. Doch wir brechen hier ab und schließen mit dem von dem Verfasser so oft gebrauchten Ausspruche des Apostel Paulus: Prüfet Alles/ und das Gute behaltet, und wer das thut, der wird auch gar bald erkennen, in welch schauerliche Widersprüche der Verfasser mit fich selbst und mit dem Worte Gottes kommt, ja wie er das Wort Gottes geradezu zum Lügner macht und fich sogar über Gott selbst erhebt.

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