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Dibre Emeth · 1849-12-01 · 12 (12.1849) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
12 (12.1849)
Date
1849-12-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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168 Scheinen euch aber ungeachtet der bisherigen Erläuterungen dennoch manche Verse ausschließlich auf Jesus bezüglich geschrieben zu sein, so laßt' euch noch einmal aufmerksam machen auf unsre oben gesetzten Behauptungen, nämlich daß erstens Hins tendrein gut prophezeihen sei, zweitens die angewandten Verse aus dem Zusammenhänge herausgerissen werden müssen, und drittens laßt uns noch beifügen, daß viele Prophezeiungen und Verheißungen noch nicht in Erfüllung gegangen sind. Eine weitläufige (Aus?) einandersetzung hievon würde ein ganzes Buch erfordern. Darum nur ein Beispiel für viele: Das Kapitel Zesaias 53. soll ganz die Schicksale Zesu vorher verkünden? — Hiezu werden noch die drei letzten Verse des Kapitel 52. verwendet, und damit ttiumphiren unsre Gegner, und ihre Auslegung scheint ihnen die unfehlbarste zu sein. Aber es dürfte nicht schwer fallen, zu beweisen, daß diese ganze Stelle aus dem Zusammenhänge herausgeriffen ist. Die vorhergehenden Kapitel enthalten Weissagungen auf die Erlösung und Erhöhung Israels, die in dem zweiten Tempel nicht in Erfüllung gegangen find. Beherziget hierüber die malische Beweise für diese Lehre, dann will ich euch auch über die andern Berge hinweghelfen und euch die verlangten Beweise für die andern Lehren der Schrift geben. Wollt ihr nun aber dennoch an das außerweltliche Dasein Gottes glauben ohne es begreifen zu können, weil es die Bibel lehrt, so werdet ihr folgerichtig auch an die Dreieinigkeit und an die Gottheit des Messias glauben müssen, ebenfalls, weil beides die Bibel lehrt. Wollt ihr das nicht, so seid doch aufrichtig genug, und bekennt es frei, daß ihr nicht an den Gott glaubt, der sich in der Bibel geoffenbaret hat, sondern an einen Gott, wie ihr euch ihn In eurem Gehirn gebildet habt, also nicht an den lebendigen Gott, sondern an einen stummen Götzen. Wollt ihr aber überhaupt nichts als Wahrheit annehmen, was ihr nicht mit eurer Vernunft begreifen könnt, nun so werdet ihr das Dasein eines Gottes, wie ihn die Bibel lehrt, gewiß nicht als Wahrheit annehmen dütftn, ja überhaupt gar nicht zugeben dürfen, daß es einen Gott giebt, denn ihr werdet ihn nimmer begreift» können. Wir gehen noch weiter und sagen, ihr werdet euer eignes Dasein nicht zugeben dürfen, da ihr doch nicht werdet sagen können, daß ihr euch selbst ganz begreifen könnt, euer ganzes Werde« und Sein. O lvelche Thorhcit der Menschen! Hier bestätigt sich so recht klar und handgreiflich der Ausspruch Pauli Röm. 1, 22.: Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden. Bergl. Zes. 33, 18. 1, Kön. 1, 19, re.

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