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Dibre Emeth · 1849-11-01 · 11 (11.1849) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
11 (11.1849)
Date
1849-11-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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190 was sie bedürfen, denn er ist der heilige Berg. Auf ihm wollte Abraham seinen Sohn Zsaak opfern; Bethel, wo Zakob im Traume die Engel auf der Himmelsleiter auf- und niedersteigen sah, war auf dem Berge Grisim; der wahre Tempel war auf Grisim. Zerusalem ist nichts, die Zuden sind nichts, ihr Gesetz ist verfälscht. Zch sagte dem Priester, es ist wahr, die hebräischen Buchstaben, wie wir sie jetzt haben, sind nicht dieselbm, wie zur Zeit Moses, aber die Sprache ist dieselbe. Wie die hebräischen Buchstaben vormals aussahen, zeigen die alten jüdischen Münzen, von denen ich selbst zwei besitze, nämlich einen Seckel und einen halben Seckel. Er fragte mich, was auf denselben geschrieben stände. Zch erwiederte, auf der einen Seite, „Seckel Israel", und auf der andern, „Zerusalem, die Heilige". „Eine falsche Münze, eine falsche Münze, rief er aus, Zerusalem ist nicht heilig und war niemals heilig; der heiligste Ort in der Welt ist der Berg Grisim, und außer ihm giebt es keinen heiligen Ort". ES ist merkwürdig', daß dieselbe Feindschaft zwischen der handvoll Samaritaner und de» Zuden fort besteht, wie sie bestand, als sie beide mächtige Völker waren. Der Priester sagte wir, daß sie in diesem Zahre nicht auf dem Berge Grisim geopfert hätten, sondern in ihre« Häusern, da sie sich wegen der Unruhen im Lande fürchteten, den Berg zu diesem Zwecke zu besteigen. Dann stand er auf und führte mich an den Ort, wo sie dies Zahr ihre sieben Lämmer geopfert hatte». Er befand sich hinter ihrer Synagoge in einem offnen Hofraume, wo sie rin rundes, einige Fuß tiefes Loch gegraben und mit Strinen ausgemauert hatten. An dem einen Ende hatten sie eine Rinne gemacht, damit das Blut abfließen könne. Nahe bei war ein runder Platz mit Steinen ummauert, wo sie das, was von den sieben Paffalämmern übrig geblieben war, verbrannt hatten. Wir hatten beabsichtigt, den Sonntag ruhig in dem alten Sichem zu verleben, allein bald nachdem wir unfern Morgengottesdienst beendet hatten, kam der samaritanische Priester Amram, Sohn des Priesters Soliman. Zn unferm Gespräche kamen wir bald auf den Ursprung ihrer Sekte, wie er in der Bibel er-

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