Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 11 (11.1849)
- Date
- 1849-11-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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187 rend auf deine unendliche Barmherzigkeit. Prüfet «m und behaltet das Beste!") Sehen wir aber dem Ausdrucke D'Hy 122. selber mit forschendem Blicke ins Gesicht, so muß sich das Falsche der angeführten Anwendung gar bald enthüllen. „Gleich dem besudelten Kleide ist unsre Gerechtigkeit". Wohl! wir geben zu, und muffen in Demuth stets bekennen, daß wir in den tiefsten Schlamm der moralischen Berdorbenheit und Berkehrtheit versunken seien. Gicbt es aber denn keine Mittel/") ein besudeltes Kleid von seinem Unfiath zu reinigen? Sagt nicht derselbe Prophet in seinem ersten Kapitel v. 16.: Waschet, reiniget euch, schaffet weg eure bösen Werke ans meinen Augen, höret auf zu freveln. Siehe auch Bers 17. und 18.: So eure Sünden roch (blutig) sind wie *) Wer den „Zusammenhang" liest, wird auch nicht das Geringste von der moralischen Höhe und Gottesnähe Israels entdecken. Wir wollen nicht untersuchen, wer der ist, der im vorhergehenden Kapitel redet. So viel aber ist wohl klar, daß es Israel nicht sein kann, denn in der ganzen Geschichte hat es nichts Aehnltches gethan, was »ach dem Propheten der Redende thun soll. Dann ist wohl von großen Gütern die Rede, die Israel einst besessen hat. Aber sie werden als Gnadengaben des Herrn bezeichnet, er der Herr ist es, der sein Volk erlöset hat, und dasselbe schonete, weil er es liebte. Bon Israel aber heißt es, fie erbitterten und entrüsteten seinen heiligen Geist. Soll das etwa die moralssche Höhe sein? Die Kauze Geschichte Israels beweist es auch, daß das Volk allezeit von Gott abgefallen ist, und daß Gott das Volk schon in der Wüste umbriugen wollte. Naiv genug bekennt auch der Verfasser, daß der Prophet um Gnade fleht, und demnach von Verdienst keine Rede sein kann, und führt, um sich völlig mit sich selbst in Widerspruch zu setzen, und all sein Gerede von Selbstgerechtigkeit als Thorheit zu bezeichnen, noch ein Gebet an, in welchem Israel täglich zum Herrn fleht, daß es nicht auf seine Gerechtigkeit, sondern auf Gottes unendliche Barmherzigkeit bauet. Jeder wahrhaft Bußfertige wird so beten und auch mit Iesaias sprechen: „Alle meine Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid," in dem ich nicht vor Gott bestehen kann. **). Za wohl gtebt es ein solches Mittel; wir hüben es schon genannt, im Mm Bunde war es das Blut der Opfer, im Neuen ist es das Blut des Messias, auf welches das Opferblut hindeutete. Das ist der offene Born wider alle Sünde und Unreinigkeit. Sach. 13, 1. In diesem Born können auch die blutrothen Sünden abgewaschen werden.