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Dibre Emeth · 1849-11-01 · 11 (11.1849) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
5 (1849)
Issue
11 (11.1849)
Date
1849-11-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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184 zu der falschen Behauptung, daß der nach dem Gesetze Lebende verdammt sei, weil er das Gesetz nicht vollständig erfüllen könne. Hätte ja demnach Gott seinem auserwählten Volke absichtlich Gebestätiget," das heißt doch, als volle Wahrheit anerkennt, so wird er flch auch gedrungen fühlen, sie zu thun, und darum zu thun, damit ihn nicht der Fluch treffe, denn er wird dann auch die Drohung ebenso für Wahrheit halten. Wird er die Worte aber dennoch nicht thun, sondern übertreten, dann wird er auch der Strafe nicht entgehen, und keine Reue und -Buße kann die Uebertretungen sühnen. Wie sehr sich auch der Verfasser gegen diese Wahrheit strebt, so ist sie doch in dem Worte Gottes vollkommen begründet. Denn das Sühnen der Sünde wird in der Schrift nie und nirgends der Buße und Reue zugeschrieben, sondern den Opfern und deren Blute. Dies beweist auf das Unwiderleglichste gerade der Bersöhnungstag, auf den sich der Verfasser beruft, denn an demselben wurde das Blut der Versöhnung in das Allerheilkgste getragen, um dasselbe, wie den Tempel, zu versöhnen, 3. Mos. 16, 16.; und Vers 30. heißt es, daß an.diesem Tage die Versöhnung des Volkes geschieht und daß dasselbe von allen seinen Sünden gereinigt wird. Dann aber mußte auch jeder Israelit, sobald er sich der Uebertretung schuldig wußte, ein Schuld- oder Sündopfer bringen zur Versöhnung seiner Sünden. Brachte er das nicht, so wurde ihm seine Sünde nicht vergeben, wenn er sie auch noch so sehr bereuete. Damit verwerfen wir Reue und Buße ketnesweges, wir fordern sie vielmehr mit allem Ernste und sagen, daß auch ohne Reue und Buße keine Vergebung denkbar ist. Wahre Reue und Buße aber führt zu Gott und giebt sich aller Sünden schuldig. Der wahrhaft Bußfertige spricht nicht: Gott, siehe meine Buße hat meine Sünden ausgetilgt, sondern er schreiet zu Gott, wie David: Gott sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge weine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Miffethat und reinige mich von meiner Sünde. Ps. 51, 3. rc. Und er vergißt dann, auch nicht um Vergebung der verborgenen und unerkannten Sünden zu beten, wie dies David ebenfalls auch that. Ps. 19, 13. Er glaubt dem Herrn, der da spricht: Ich, ich tilge deine Übertretung um meinetwillen COJJDb) — nicht, um deiner willen, um deiner guten Werke willen — und gedenke deiner Sünden nicht. Zes. 43, 25. Thut das aber der wahrhaft Bußfertige, so wird er sich auch dem Worte Gottes unterwerfen und das Mittel, das ihm Gott zur Versöhnung darreicht gern annehmen, das aber war im Alten Bunde das Opfer und iw Neuen Bunde ist es der Messias, von dem das Opfer ein Vorbild war. Ist es nun aber Gott, der unsere Sünden aus Gnade und Barmherzigkeit tilgt, um feinet willen, wo bleibt dann unser Verdienst? Es kann dann wahrlich keine Rede mehr davon sein. Die guten Werke werden dann freilich nicht fehlen, sie sind die Früchte der Rechtfertigung aus dem Glauben, ohne den Glauben aber giebt es kein gutes Werk.

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