Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554598-2554609--01110-2556931- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
175 genden Einfluß auf ihn. Er gab mir einen Brief mit an Herrn Schaufler, (Amerikanischen Missionar in Konstantinopel, dem er seit längerer Zeit bekannt ist) in welchem er den Wunsch ausdruckt, wieder nach Konstantinopel zuruckzukchren, wo er vor einigen Zähren heftig verfolgt wurde. Bei meiner Rückkehr nach meiner Wohnung warteten mehrere Juden auf mich, welche Bibeln zu haben wünschten. Zch konnte ihren Wunsch nicht befriedigen, da ich nur mit Neuen Testamenten, dem Wahren Israeliten und Tractaten versehen war. Sie nahmen jedoch diese mit der größten Begierde und Dankbarkeit an, und erboten sich sogar sie zu bezahlen, wenn ich es verlangte. Als sie mich verlassen hatten, kamen andere, mit denen ich eine lange Unterredung über die Aemter und das Erlösungswerk unsers Heilandes hatte. Das Licht der göttlichen Wahrheit drang, wie ich hoffe, in . ihre Herzen und wird sie in nicht gar langer Zeit befruchten. Den Abend verbrachte ich bei meinem Freunde, dem Vorsteher der Synagoge. Bon Amasia erwähnt Herr Stern die Juden betreffend Folgendes: Vor 100 Zähren wohnten hier 150 jüdische Familien, die aber von dem fanatischen Pöbel vertrieben und hingeschlachtet wurden. Von ihrem Begräbnißplatze ist noch ein Theil stehen geblieben, aber ich war zu ermüdet, um noch einen Ort zu besuchen, welcher mich nur an die Trübsale und Leiden meiner jüdischen Brüder erinnert haben würde. Wie aus den frühern Berichten des Herrn Stern und seines College« Sternschuß, geht auch aus diesem wieder hervor, daß die Missionare bei den Juden im Mvrgenlande fast überall Eingang finden, und es ist nur zu beklagen, daß bis jetzt so wenig Missionare dorthin gesandt werden konnten, und daß die wenigen noch mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten in jeder Hinsicht zu kämpfen haben. Dies aber sollte keinen wahren Christen muthlos machen, daß das Licht des Evangeliums auch die Ungeheuern Reiche des Morgenlandes durchdringen werde, sondern es sollte sie vielmehr zu anhaltendem Gebete auffordern, daß dies recht bald geschehen möchte. Es muß die Zeit kommen, wo das Evangelium in der ganzen Welt gepredigt wird. —