Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 10 (10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Die Samaritaner. Eine kurze Nachrichr über das, aus der heiligen Schrift uns allen wohlbekannte und wegen seiner Verwandschaft mit den Zuden, aber auch wegen seiner Feindschaft gegen dieselben merkwürdige Volk der Samaritaner oder Samariter, wird den Lesern dieses Blattes nicht unwillkommen sein. Wir finden eine solche in dem September- Hefte des Jewish Intelligence von dem Prediger Ewald, der von Zerusalem aus eine Reise nach Nablus, dem Sichem der Bibel und Hauptfitze der Samaritaner machte und Folgendes über sie berichtet: April 14.— Zch ging heute zuerst in die Synagoge der Samaritaner. Zch ward geuöthigt meine Schuhe auszuziehen, meine Frau jedoch durfte fie anbehalteu. Hier eröffnete sich nun eine neue Scene. Die Synagoge ist in der Form eines Kreuzes gebaut, und im linken Flügel, gegen den Berg Grisim, ist der Schrein, in welchem die berühmten Gesetzrollen der Samaritaner aufbewahrt werden. Vor dem Schreine standen So lim an und sein Sohn Amram, die Priester der Samariter, weiß gekleidet. Das Volk, ungefähr aus 60 Personen bestehend, stand in vier Reihen mit dem Gesichte gegen den Schrein gekehrt, während die Priester das Gesicht gegen das Volk wandten. Zeder Samariter hatte einen weißen lleberwurf an und ein Gebetbuch in der Hand; sie beteten, oder schrieen vielmehr so laut als sie konnten. Zn der Synagoge sind keine Sitze, sondern jeder hat seinen Stäb in der Hand, auf den er sich lehnt. Der Priester Soliman öffnete den Schrein und nahm die alte Handschrift heraus, welche gewöhnlich den Reisenden gezeigt wird und, wie sie sagen, von Pinihas, dem Enkel Aarons, geschrieben worden ist. Sie erlaubten mir, sie zu besehen und sogar zu berühren, worauf sie ihre Gebete eine kurze Zeit fortsetzten. Dann wurde der Schrein geöffnet, wobei sie sich alle niederwarfen und eine Zeit liegen blieben. Darauf nahm der Priester Amram die alte Handschrift aus dem Schrein, hob sie in die Höhe so hoch als er konnte, wobei sich das Volk wieder niederwarf, und nachdem es wieder aufgestanden war, nahete es sich derselben mit der tiefsten Ehrfurcht und küßte sie. Darauf warf sich Amram selbst nieder mit der Geseßesrolle, entkleidete sie, hob sie in die Höhe, öffnete sie, wendete sie gegen die vier Ecken der Erde, rollte sie wieder zusammen, öffnete sie wieder, hob sie abermals in die Höhe, und so ging das fort länger als eine Stunde. Dieses Manuskript ist in der Thal der Götze der Samaritaner. Als wir die Synagoge verließen, wurde meine Frau noch eingeladen, das Zimmer der Frauen zu besuchen, was mir aber nicht gestattet wurde. . _(Fortsetzung folg t.) __ Dies Blatt erscheint monatlich in einem Bogen und kostet der Jahrgang 10 Sgr. Bestellungen nehmen, außer dem Herausgeber selbst, alle ____Buchhandlungen an._ GHriukt und in Commission bei Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. d. H.